Die Zeitwaisen

Die Zeitwaisen

Textlich Bildlich Klanglich Denklich

Gravitation Feld der Zaumzeugreisenden

E i n  L o t

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brummenfeld

in: sich ent-schrei-bendes — Sektion 4
Alles und Nichts …

bauchschmerz o. herzrauchen
r-au-ch-schmerz o. herz-b-au-ch-en
bauchherz o. schmerzrauschen.

wer tauscht den schmerz, wenn der tausch ihn schmerzt?

t.auch ein
und aus.

o beelay.

prima! ein raum mit 57 dimensionen und jch krauche auf der chromatischen tonleiter in den kosmos hinauf. ja! rufe jch von dort unten-oben: „jch bin ein kosmochromat, auch chromkosmokrauch.“ und: „du bist die sonne, jch bin die haut.“ dann pfeift nach mir ein himmlisches kind, jch lass mich fallen und schweife geschwind gestreift an einem schein -
vorbei.

o lie bye.
als komplexbildner der komplexen bilder bild jch mir ein, munter oder wach zu sein. und oben scheppern die jetter und zertöppern eros zu tausend scherben.
wir eros.erben.

jch sollte silben stilben oder:
still kunst-untersetzer sein.

silben stilben
stilbein stilbern
silbern silben

silbern leuchten die silbern keuchten. einmal raus und einmal rein. na faunastisch! während jch bü-ro-tiere schlaf jch halb drei dabei.

doch sind noch nicht genug löcher gewebt.
und während jch dem fluchtfall nachsinniere, sucht das himmlische kind noch immer den punkt im gehäuse, darin frau holle sitzt webend, doch aus diesem, lebensgehäuse, kommt keiner raus, nicht lebend.

jch aber astronaute hin und her, schwer die flaute, jch flehe, dasz leicht wind wehe hinüber mich mehr zu dir in die ferne und gehe und sehe sternenschwer wie teerasphalt auf-hallt und halt kennt kein halten mehr dasz jch asphaltiere sehr zum asphaltteer … mich brennt’s tierleibleer, mich brennt’s, mir rennt’s vor’m abseits her … und bebe: bienenkehr, körperschwer -
punkt . grund: verkehr.t.

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Geprüfter Radfahrer

in: Zeugs
Trophy

Trophy

Verkehrswacht

Die gefährlichste Übung war die Überwindung eines gut 20 Meter breiten und ähnlich tiefen Grabens, auf dessen Grund mehrere ausgediente Stadtbusse aufgereiht waren. Ihre Dächer wurden mit bunten Glasscherben bedeckt und mit spitzen Stecken gespickt. Hinter dem letzten Bus lag, ganz flach, die Lehrerin.

Die gefährlichste Übung war die Überwindung eines gut 20 Meter breiten und ähnlich tiefen Grabens
Schanze

Auf die Schanze gelangte man nur, wenn man sich das Rad auf den Rücken schnallen und an einer Drahtseilwinde in die Höhe ziehen ließ. Das Kurbeln war Aufgabe der Klassenkameraden.

Auf die Schanze gelangte man nur, wenn man sich das Rad auf den Rücken schnallen und an einer Drahtseilwinde in die Höhe ziehen ließ.
Evel Knievel

Die obere Plattform (es gab noch eine zweite, etwas tiefer) bestand lediglich aus einem knarzenden, wackligen Brett. Um auf der Schussfahrt nach unten zusätzliche Geschwindigkeit aufzunehmen, duckte man sich so tief man konnte in den Lenker und trat die Pedale so fest es ging. Jeder hatte nur drei Versuche.

Die obere Plattform (es gab noch eine zweite, etwas tiefer) bestand lediglich aus einem knarzenden, wackligen Brett.
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Die Kinder

In stillgelegten Lebendigkeiten
wachsen so gut die Mutlosigkeiten
und begrenzte Fähigkeiten
behindern dann für alle Zeiten.

In der Erstarrung entwickelt sich
ein enges Kleid - Gehorsamkeit
und verbotener Übermut
tut vor allem Eltern gut.

Als Vielfalt getarnte Gleichheit
fördert auch die Beschränktheit,
der Kopf ist voll und trotzdem leer,
Denkfähigkeit verliert sich immer mehr.

Bei Kleinen gibt es schon Psychosen,
Kleingeistigkeit dann bei den Großen,
Mädchen werden emanzipiert
und Jungen domestifiziert.

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Zwei mögliche Sichten auf diese Welt

Herbst.
Später Nachmittag.
Warten an der Fußgängerampel.
Eine Familie.
Zwei Kinder.
Junge und Mädchen.
Das Mädchen hopst heran,
klatscht seine Hand auf den gelben Taster mit den drei schwarzen Punkten.
Der Junge: „Das ist für Blinde, oder?“
Ein Moment vergeht. Wagen halten.
Das Mädchen, hüpfend: „Na, dann spieln wa jetz blinde Kuuuh?!“
Die Ampel schaltet Grün, das Mädchen hopst voraus, über die Straße, auf die andere Seite.

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und die dame schreibet dem herrn

in: die annäherung zweier epidermen am logischen tränenflusz — Blatt 4
Alles und Nichts …, Allzu Menschliches
Absurdes Theaterstück

lieber sehr verehrter h.,
ich bin versteinert. die gedanken der stillen wände breiten sich scheppernd
aus zu scharfen wanderschaften. unbeachtet eines abschieds von alten plätzen
reiszen sie alles mit.
mich widert das weisze fleisch an. mein eigenes fleisch, in seiner fahlheit.
zwei unserer briefe kreuzten sich und ich steinigte mein angesicht.
im verlaufe des spiegelns sichtgemangel.

werden Sie endlich zu mir kommen?
ich schreibe ellenlange abrisse über die nichtsnutzigkeit der tage,
an denen Sie sich mir vorenthalten.
danach kippe ich einfach um und beliebe liegen zu bleiben, bis zum schlaf.
einschlaf. keine gegenkraft mehr, um den einschlaf aufzuhalten.
ich zwinge mich zum wieder-aufstehen, denn ich möchte Sie doch noch einmal sehen.
nur ein einziges mal noch, würfel und neun rollen.

das wasser steigt nicht mehr, aber es umspielt mein knie.
keine klagen, keine klänge;
ich bespiele mich selbst, der länge nach lagen. lange nächte, stille tage oder umgekehrt? wann werden wir uns wiedersehen? mäusetot und läuserot sind des königs liebste kinder. an meiner haut scheiden sich wasserkristalle. ich schnitt mein haar für Sie ab und gab es der alten norne, auf dass sie uns gnädig gestimmt sei für Ihre oder auch meine überfahrt. sehtang im stürmischen frühjahr, zeit der verreisung.

Ihre, und nur Ihre dame L.

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