Die Zeitwaisen

Textlich Bildlich Klanglich Denklich

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blatt vier.zwo

in: fogelprotokolle — Blatt 4
Absurdes, Alles und Nichts …

ge.braut aus papier

nun aber erhebe ich mich.
denn der wind geht nicht mehr.
und so, ach! so still bleibt er.
_________

betört sprang er zum fenster hinaus.
ich musste lachen, doch er zerschellte.
es klang wie jericho im sonnenuntergang.
auch er war von dieser welt,
als er mich lieblos gelöste … löste.

welche stille. welche ruhe
kam aus seiner haut.
ich lief hinaus auf die straße, aber ach !
alles lief darauf hinaus …

lief hinaus auf die sprache, tief
im rachenlaut auch,
lief hinaus auf die straße,
tief in der rache laut.

„nimm mich mit.“ rief ich, und:
„ich wollte doch nur DEIN sein,
wollte doch nur sein sein.“
doch langkreiszeit ist langzeitkreis:
entpulst.
und er, er hatte mir so sehr vertraut.

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zärtlich

in: the daily horror — Szene 37
Alles und Nichts …

von der brust
zur schulter und
zum schlüsselbein.
die eingeweide deiner
hand, deines armes und
deines handgelenkes sind
nicht halb so schmackhaft
wie die deines kopfes.
meine zunge leckt
an deinen fersen,
an deiner brust
saugt mein herz.
aber mein mund,
gehört deinem
hirn allein.

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probiermaterial

in: the daily horror — Szene 29
Alles und Nichts …

gebläut, doch ...
probe ich die dunkelheit und
schüre scheuer rehe auf-äugen.

das herz spielt steine verlegen.
er aber, ach ER ! liegt mir wie ein
krokus im magen, er blüht, kometenschwer.

ach du! du schönes, schönes reh !
ich wage nicht, es laut zu sagen,
DAS, wie er IST:

ein großer kopf im raum.

gedacht.
unfassbar.
sicher da.
untastbar.

aber ich bin handfasser, abwascher,
storykeller, sorryteller ...
sorry. bin ja nicht wa(h)r.

bin versteckt im weckatlas,
zwischen nächtlichen saiten.
ziehe proben aus der dunkelheit
zu immer wilderen zeiten.

du großer kopf im raum !

schwirre welt,
ein wenig scherzer
und schirre an den kragen.
zieh das über hinter dich -
w e i t ... aus.

du aber, mein schönes, schönes reh,
mein circel, leben, augentran.
dein scheuer augen so n n e n b l a u -
z i e h ich ... capreo-l-i-n-i-g
rhetorisch zur figur;
wildhaar - im garten der frau.

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tag t bis v

in: sich ent-schrei-bendes — Sektion 7
Alles und Nichts …
Absurdes Theaterstück

verkleisterte zeit – nebelfluse - verglääste

geäste. milchmotterboden.
gehäcksel geerdet. mutterboden.
im schleimhaarverkehr.

bruchstücken bestirnter tage blieben kleben
und jch weckte sie in flaschen ein, verschlossen und auch ernstgemeint.
hochgestimmt bestimmungsvoll war jch nachseherin der gegenwärtigkeit.
jetzt ist das tempo null, in allen flaschen.

auch sind es jetzt nur sekundenzellen, sekundenhotel und wie im stromstundenrondell hallen die rufe nach:.
mach schneller! mach schnell!

rufmütterchen, ziehmütterchen, du findest mich nicht und du holst mich nicht ein.

denn jch fliege im liegen, überliege gruppenkosmotisch und
mein blick bleibt nicht hängen, beim überfliegen.
welche form sollte die richtige sein?

demi semi halbmembran
die semipermeable handmembran, ein drama !
wie ein zauberspruch:
an der wand, die uhrpumpe, stellt sich nicht ein.

jch lasse meinen handschuh fallen und fächel algebra lie,
einen ge-h-eim-c-ode ums gebein. auch lu-ftig soll er
sein und runtergehen wie lein-öl-lein oder leim-öl-leim?
das ist: ge-h-eim.
CO
t
CO
LU
O
dann flüster jch mir leise zu:
mein fünftes v-o-r-h-a-n-d-e-n-s-e-i-n.

o ihr ! augen ! ocellen !
mein ocellus hinkt, mein ocell-auge blinkt,
blinkt ochsenaugen entgegen
und dann geschwind an ihnen
vorbei.

schellen schnellen,
gleiten mir durch die hand, am strumpfband entlang
und läuten den fruchtfeigenkörper ein.

dann, ein subversives verb-äugen.

kleben, klebte, klebe. einwurfflaschen.
verflanschungen kieselweißer schotter
im schlotter-lotter-bett, der zug fährt ein ….
mich schüttelt’s zwischen den wänden

stell meinen kopf in die vitrine.
jch bin ritter in terrinen.
alle dinge über - stürzen,

schlag doch endlich einer die scheiben ein !!!!
komm doch, komm doch! e-n-d-l-i-c-h
her-ein!

und über mir die otter
singen otters mutter aria,
agnus maledei.
flutfutter sei.

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kuck- oder gesichtssichtung in verklumpungen und schlackeluft

in: sich ent-schrei-bendes — Sektion 10
Alles und Nichts …

nach sichtung aller verschlotterungen
in nachtschicht und schichtung
werden eng bestirnte halbgar- und
andere töne gut in flutdichten taschen verstaut,
bestaubt gebeugt und fest vertäut, unbestäubt.
alle anderen, gut gefüllten, gehen in luftreisen
ein und steigen auf. luftgallonen.

zu denen da droben.
die uns unsichtbar funken:
die luft riecht nach schlacke von euch da unten.

dann ein kuckucksrufen an morgendlicher wand.
kuckucksschreien. klebt kuckucksspucke am bienenbein?
brutlos lustlos flutlos lausch jch in mich hinein und sage laut:
„jch liebe ihn, un-platonisch.“
und: an-pluto-nisch sind wir verwandt.

zwischen den blättern, zwischen zetteln und scheinen,
komm jch ins wirrwarr von flunkernden, meinen
sporadischen erinnerungen, flunkerungen, hin-be-rungen:

DER MUNDTOD DER BEUTE IM SPRACHFORMALIN.

doch bevor jch mich entschließe, dem allen zu entfliehen,
will jch noch schreiben, mich selbst zuzuschreinen;
bahnen fahren an den wänden entlang, mein hände sind bang;
ohne schuh geh jch auf reisen.

und über mir die jetter
beugen unverdrossen verben
an eros.erben
vorbei.

o, jch bin so verdrosselt.
ooo bee, libei.

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blatt 6

liebesbrief eines astronomisch gebildeten fogels
astronomisches fogelgebilde

in: fogelprotokolle — Blatt 6
Absurdes, Alles und Nichts …
Liebesbrief

. -- =j-/ -- ^ ksa bi''
ø
gel*ebt-s dujaview
- -,-,; e+e2- --- // ~, , 1ai in fiiber.
yrr* ^v-eo.r*III/ - //" - *- f au r^ q
tain c sm tran.ce. If cos A ei = a it's sin
so is , / , s 1/2 sin an aj. ''^
and I girrlando in sekunden.
bin air ∞ j sin#i in d'' verli-^^

o tAng tAng z* -f- A#
sag -^j*, dU #eine geliebte faU v 2 = -
*it dünen sterntal. eraugen -
>! dUv∃nus phom m∀rs.

la cuües ! -- f-osin- lacüsE.
j+* s//ehe spektr. doppeltes st#eren,
in fesin, astr. i !
h -- -rr SI!) I, io,
Qn -- lo
o du ! düne konfigura, so da6i,
-j-adie, miner achse Eklipklaptik dreht
O sich dir nach ... O
ø ø
lang a ===== ^
*phäre ini yom,
fii fii.

>, *<**<=2^^- ; : .;.; /;..
rinke met Eore, ∀mor∃
+eim t#inken d:in^s met, o rita,
ka*en doppel sterne m;r herphore.
am: m-/-m
E ros co r cos u -. glu.

efosco ! librido ! unbekamtes r.,
sei hurzelle eö. 0,07 tag ellipso
ge^^st und grasinus, p_ö.
tang- /// .;.; /;.. a. o. ens.
a an a, anna. l. mond E dAmE !
äne mo oder si ? ne? belle?
sali la crüsss, cos co sin ra
fiiir fii -%
∅- ø
pArable pErihelle -
E∨A.
Ihr *ritter phon radius und halbacht∝e am A.∃qua-torial
****

… und damit kein schlechtes licht auf ihn
und seine liebe falle, in dem momente,
wenn sie seinen ersten briefe läse,
stellte er die kerze links neben das blatte,
so dasz der schatten seiner schreibenden hand -
nach rechts wegfiel.

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tapire

in: the daily horror — Szene 56
Alles und Nichts …

man könnte auch sagen: butterblum, zwitterblum, wenn man so sitzt,
inmitten seiner bücherberge wie eine insel von gras umschlossen
und in der hand die schale voll blumentee; wie eine geisha,
buntbekimonot, an seidenfäden das härz gehänkt und der ausdruck
der puppe gegenüber so dem eigenen entspricht, dem eigenen ausdruck,
der eigenen haltung, sprachlos, stumm, nichts. verpupptes spiegelbild
oder spiegelbild verpuppt.

sitzen im zittergras. welch ein bild der ängstlichkeit.
mach ein foto davon. stetiger wechsel zwischen an und aus ...
ziehen, auch im kopf, an-aus-an-aus ... bei welchem zustand
wird wohl stehengeblieben? aus, verbraucht - am wenigsten energie.

mir tränen die augen in dem ganzen blätterhaufen, hafen auch.
ich wünschte, alle wären vom winde verweht, es ersparte mir viel,
auch mühe zu ordnen, doch ich ordne sowieso nichts, wozu auch.
wenigstens gibt es hier keinen gitterzaun. ich sauge die luft
ein und stoße sie aus. denke: der mensch als fortbewegungsmittel.
und: welches zeug! inmitten der pflanzen.

stille sinn thesen, durch addition und subtraktion, eliminierung,
omnipotese; konditionierung. oh, zarthaariger kelch ! wo bist du
verblieben? wächst du nun nur noch unter'm fernen getreide?
schauer laufen still den rücken hinunter. mir gruselt vor den ganzen,
weißen papieren und den kritzeln darauf.

ach du schöne poesie, du bunter fogel mit den weißen flügeln,
kreidebleich. so rot die strümpfe, so ohne schuh, schuhkäfige
sagte eine dazu, para-day. da kannst du vieles denken, wissen
schafft kunst, dann wieder: wie die pflanzen sich verrenken !
auch: einander zu. ein tausendmaliges verbäugen, stilles verehren
und preisen. ein gegenseitiges erheben, so heiß, so viel glut.

ein schmetterling paart sich mit blum und beflügelt den fogel
der nichts davon weiß, nicht weiß, wie ihm geschieht. ich nehme
mir vor, nicht zu versinken in den vielen papieren, ein fast un-
möglicher vorsatz. schreibe dann: was sind wir doch für seltsame
gefäße, behausungen, bauwagen.

aufgestichelt das stichwort in relevanz zum naheliegenden gegenüber
tanzen tanzen tanz, stanz. steht still nicht, loses werk, zeug,
flick, blatt ... brrrr-uch auch brrr-auch stück, von dir stückchen.
schon wieder hungrig nach flugigen tagen, puppenverpuppung, unpuppe,
die aufgetürmten nester, die entschwärzten pupillen, die kugelaugen,
das rothaar schon zu orange.

dieses gespringe, gesprinkel, gespreize.
wolkenfette abgemolken. es regnet keine milch heute, auch keinen honig,
ich spüre wie die verseuchung nicht nachläßt und rauche trotzdem zuviel,
flick-flack der gefühle. es stürmt immer noch, dieses leben, voran !
vorwärts ! unsicher trotz der langen beine oder gerade wohl deswegen.
stürze - einprogrammiert, fallen - einstudiert. ich will nicht sein
gewesen! er ist ein wandertier ! ein hirt, ein hirsch, ein wundertier.

sein hirschschrei, sticht mir brünstig ins eingeweide. süßholzlippeln,
pappeln wie espenlaub, mundtaub vom vielen küssen. innig die wände aus
zuckerguss in der kussgießerei und ein strömendes zerfließen. augenlos.
endgültig ist nichts. flucht von den plätzen ist logische antwort. obwohl,
er gestaltet die luft mir mehr als zur genüge und mehr als reichlich ...

trotzdem. diese lebendige form der leere bleibt, ist wie ein film,
endlos sieben mal centimeter drei, es wachsen meine papiere zu
skulpturen sich aus wie unser im sturm zerrissenes gekleide. weiße
blätter vor dunklen wänden, dunkle blätter in weißen händen. all
unsere finger schoben sich kritzel zu- und ineinander, ohne zu enden.

es müßte da ja etwas sein woran ich erkenne eine abwesenheit und wann
weiß ich, daß etwas fehlt? dabei ist sie schon längst vorhanden, die
erkenntnis: es kommt bei allem nichts raus. ich mag es, wenn die
papiere fliegen. innen nach außen, außen nach innen. verpuppte zustände
und darunter mein alpwissen, von dem, wie es wirklich ist.

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du-r nu-r du-r

in: Abgrund

der erste gedanke am morgen:
du-r
und mein geöffnetes härz
voller insekten

tautomerie der klappen
klippen voller blüten
semilunar ergarten
lippen,
kappen
und hüten.

das aufhalten unter zufluchtsstrukturen,
ganz geöffnetes härz,
kalmarisches herabgleiten der kosmischen lyrik,
meine hirtengesänge ziehen wolkenwärts.

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