Die Zeitwaisen

Die Zeitwaisen

Textlich Bildlich Klanglich Denklich

An wasserhaften Tierstreuern sedimentieren

B o d e n S ä t z e

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kerbelreicher kerbenreicher

wer denkt bei frosch in büchse
denn an schenkel oder fisch?
nur der der lust nur frönt.
der frosch ist könig und wohnt
im großen glas gleich neben der
junggesellinnenmaschine,
stanniolpapiergekrönt.
an seiner hintertüre steht: er ist ein
kerbelreicher im kerbenreich, vorne
hart und innen weich.

soeben versucht der frosch
in ungnade sich fallenzulassen,
geht jedoch in rauchzeichen auf.

mit einem sogenannten riecher
für das hermetisch verschlossene
kondensiert er pflügig die leicht
züchtigen substanzen – schön
gefügig.

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urlaubsreif

in: the daily horror — Szene 52
Alles und Nichts …
Absurdes Theaterstück

rotweinbetrunken hatte florandi drei gäste zu gast,
die ihm die letzte scheibe toastbrot entnahmen und
sie zwischen zwei nervösen blüten aufteilten.
florandi wollte fliehen, doch der fluchtweg ward ihm
durch ein paar linien verstellt, die aussahen wie ein
porträt zwischen laufenden leuten und ihm die birne
helene aus dem gedächtnis vertrieben. da erfasste ihn
eine stille freude zum tanzenden bonsaibär, der aus
verschiedenen stoffen joghurt zu sich nahm, bis er
sich eine infektion einholte und daraufhin auf
ostereier umstieg. sein mund sagte leise schmatzend:
karfreitag, und: in ostfriesland zwischen weinbeeren
und gänsefüßchen im wasserglas wären einer bindehaut-
entzündung a la michelangela vorzuziehen. dann warf er
aus einer papiertüte seltsame schatten, die dem vater-
unser-mutter-kind-spiel glichen, während sich aus seiner
anzugtasche blätter ihrer nächtlichen linien cooler
busfahrten zu maria annocentia entleerten. der arbeits-
platz danach war immer ein wasserhahn, zu dem er den weg
durch sein badezimmer nehmen musste, um mit seinem
rechten fuß pünktlich genau auf den pinselstrich
einzutreffen.
er fühlte sich danach auch immer wie ein daneben-
geschlagenes selbstporträt, wenn er mit basecap in
den spiegel mit fragezeichen sah, wo daneben der
gebrauchte briefumschlag mit den adressen der leute
auf dem campus lag. links verschwand schweigsam eine
tulpe in einem tetrapack kondensierter milch, er aber
rief: sanschetta ! die mittlere der schlafenden in
meinem alten molekel nehme: ich ! karotte und kirsche
gerieten in wut. sollte dieser wanderer aus dem nebelmeer
ihnen etwa den apfel vorenthalten?

aus seiner trauernden jacke fischte florandi ein bonbon
in die papiertüte. ein schiffchen befand sich im monolog
mit einem glas terpentin, in welchem seine zahnbürste
eine aufrechte haltung einnahm.
es war in dem zimmer nahe beim see. er rief: nicht vergessen !
die einkäufe vom supermarkt zu pflanzen in die vollen töpfe.
das mädchen mit der wasserkanne begoss seinen koffer
und er begab sich im marinemantel zum frühstück.

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es sah fast aus wie ein kleiner tag

in: the daily horror — Szene 30
Alles und Nichts …
Absurdes Theaterstück

„am fuß saugen, dann am arm“,
so begann das pferd der mond-
tochter welche zu reiten
besonders am tag gut war.
aus zwängen zu treten begann
es zu gehen über den teppich
der messer im zimmer wo fleisch
und reis auf dem tisch lagen
und der wind strich um einen
fuß; dort begann es zu tun.

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probiermaterial

in: the daily horror — Szene 29
Alles und Nichts …

gebläut, doch ...
probe ich die dunkelheit und
schüre scheuer rehe auf-äugen.

das herz spielt steine verlegen.
er aber, ach ER ! liegt mir wie ein
krokus im magen, er blüht, kometenschwer.

ach du! du schönes, schönes reh !
ich wage nicht, es laut zu sagen,
DAS, wie er IST:

ein großer kopf im raum.

gedacht.
unfassbar.
sicher da.
untastbar.

aber ich bin handfasser, abwascher,
storykeller, sorryteller ...
sorry. bin ja nicht wa(h)r.

bin versteckt im weckatlas,
zwischen nächtlichen saiten.
ziehe proben aus der dunkelheit
zu immer wilderen zeiten.

du großer kopf im raum !

schwirre welt,
ein wenig scherzer
und schirre an den kragen.
zieh das über hinter dich -
w e i t ... aus.

du aber, mein schönes, schönes reh,
mein circel, leben, augentran.
dein scheuer augen so n n e n b l a u -
z i e h ich ... capreo-l-i-n-i-g
rhetorisch zur figur;
wildhaar - im garten der frau.

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