Die Zeitwaisen

Die Zeitwaisen

Textlich Bildlich Klanglich Denklich

Im Grünalgenmechanismus der Pfadseher

Z e l l g e w e b e

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nach der lähmung

differenzierung

das flattern der augenlider,
wie fögel, auen-glieder, frauenlieder,
ungeziefer der nacht und ziemliches getue.
dazu die nachtblüten, elsabet, wie wilde klematis
im waldgrünen grund der schattenrosen,
ganz gerippte kante und weiße knochen im musenkleid.

die zerrüttungen, dazu das
lebensmuster, mustergültiges in-uns-tragen,
erschrecken über unser leben, wer sind Sie?
so schräg paspeliert, in zick-zack-geraden.
flatterlinge, schmetterlingsgießen, das aus
der form geraten. geraten, wohl geraten, wohl
gelingen, gelungen, wandlungen. wie sehr wir
uns auch verschließen.

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wie läuft das g.schlecht? - am ö am ö am ö

in: Kontraktionen über g.
wie läuft das geschlecht?
Absurdes
Groteske

zusammengelogen
setzt es sich zurecht.
zusammengezogen
zusammengebettet
auf beute gegangen,
im netz verkettet.
am ende der straße
im duktus der böden,
...
so läuft es zersetzt,
wie geschnürte amöben.

gehetzt.
gewetzt.
und ab!
genagt
am nullten tag.

abzunagen
anzutragen
abzutragen
anzunagen.

zuträglich
trauliches,
unsäglich
grauliches -

geschlecht.

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fasse fassen gezeiten

in: the daily horror — Szene 24
Alles und Nichts …
Absurdes Theaterstück

in der sonne sitzen und über die zufälle des lebens nachdenken
die einem so zufallen wie die augen, wenn man lange genug gewacht,
gelesen, gelegen, gesessen oder gestanden hat oder die zeit
in irgendeiner anderen körpergrundhaltung verbracht, zugebracht,
um die ecke gebracht hat. um die obere, linke oder die untere rechte
des magnetischen quadrats, an dem zwei dinge aufeinandertreffen,
die nichts, aber auch gar nichts miteinander zu tun haben, aber durch
dieses aufeinandertreffen einen funken schlagen, einen funkenschlag
erzeugen, der sie im ersten moment erschrecken läßt -
über die gewaltigkeit der entladungen;
ihrer entladungen,
sie dann aber über die art der herausgeschleuderten materie
als ergebnis eines ungeplanten anstoßes zum nachdenken anregt
und miteinander vereint, um fortan gemeinsam zu sinnen
über die entleerung der gefäße, welche mit der absicht des füllens
oder des sich-füllen-lassens bereitwillig stehen, sitzen oder liegen
oder in irgend einer anderen gefäßgrundhaltung die zeit des wartens
auf ‚das füllen‘ bzw. das ‚sich füllen lassen‘ verbringen und dabei
durch die existenz bloßer körperlichkeit ihrem sein verstärkt ausdruck geben,
ja, mehr noch, ihrem sein den anstrich verleihen, leibhaftig zu sein während
der zeit des wartens und auch davor und danach und es nur eine, mit leichtigkeit
zu erfüllende bedingung gibt: daß das füllende stets und bedingungslos die form
des zu füllenden annimmt, während es vor dem füllen und während des füllens
(und nach der entleerung) doch irgendwie ganz formlos ist, ein formloses gewühl,
an dem niemand anstoß nimmt, weil es selbstverständlich ist,
daß es im fließen keine festen formen gibt ...
und zum nachdenken nicht anregt ...
fließend gehen,
gezeiten ..

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