Die Zeitwaisen

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donner-stag

in: the daily horror — Szene 43
Alles und Nichts …
Komödie

bin heut freier hueter.
kein sturmgeheul. kein regen, keine sonne,
einfach NICHTS ! und das soll man nun ertragen?
nein, soll man nicht man will
ein wenig die monas durch den garten tragen,
sie hin und her legen, verblättern, sie nach ihrem befinden
befragen, ob es ihnen fein und angenehm ist ... ob es noch
was zu ihren wünschen gibt das man ihnen zu füßen werfen
könne, das sich selbst ganz sicherlich ... und dann ein wenig die backofentüre öffnen, mit den hufen scharren und hänsel und gretel spielen. kasch kasch kasch. kasch-perle, bist du schon da? kaschper am brotstuhl, mit dem flintengewehre, schießt in die menge, managerie. drei vierecke zerplatzen,
fünf rosen verrauchen und machen ein beleidigtes gesicht.
an einem kopf pickern unendlich spatzen.
:(
äh, wie fürchterlich.

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blatt 10

in: fogelprotokolle — Blatt 10
Absurdes, Alles und Nichts …
Absurdes Theaterstück

unter feststehendem himmel fliegen die landschaften vorüber wie augenblicke.
eine dame mit pfauenaugen sieht aus dem fenster und fängt einen besonderen fisch.
der hat nachtaugen und schaut so, als ob der regen ihn zur ruhe zwang.
die dame spricht: das regentropfen unter festgezurrtem himmel, feststehend wie unveränderlich.

fogelschwärme am morgen, fogelschwärme am abend.

ein mann hält die hand auf, er schläft.
dann wacht er auf, in einer sprachlosen öde und niemand weiß, warum.
nur er. und fühlt sich so unflüchtig. und zu spät.
dann hängt er viele sonnen auf, die ganz rund tun und von der trauer träumen.
der mann geht.
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stundenlange fogelstange
ein fall aus dem fährtenbuch des lockfogels

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die optik des schauers oder wie das lot fällt

in: fogelprotokolle — Blatt 11
Absurdes, Alles und Nichts …
Absurdes Theaterstück

die optik des schauers oder wie das lot fällt

der mann hängt seinen traum zum trocknen auf,
filtriert die sonnenstrahlen und mißt mit
hinreichender genauigkeit, wie die schnüre
senkrecht in den himmel wachsen
während sich die lerchen durstig erheben.

verse spannend beobachtet er mit astronomischen augen
die achsen seiner lageverschiebung zwischen drei
glasspiegeleien und tabuliert,
aus welcher lücke quergestreifter durchbrochenheiten
er sich wohl selbst am nächsten kommt.

als er im letzten spiegel sein vergangenes ich erblickt,
kommt er aus dem takt und verirrt sich in den gereimten
zugängen einer verwirrten passage.

lautschreibend konstatiert er lose:
wie meine seele im himmel hängt!
ich bin das durcheinander der dinge,
gebügelt in falten, in den falten
aufgeworfener hügel eines himmels.

danach schreitet er im stundenwinkel die zeit ab,
nimmt seinen traum von der leine und schickt ihn
den lerchen hinterher, damit diese ihn
in alle windrichtungen davontragen.

nördlich geht er noch einmal den kalender durch
und friert seine gedanken an ein dreiecksverhätnis ein.

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