Die Zeitwaisen

Die Zeitwaisen

Textlich Bildlich Klanglich Denklich

Ontolog redukt oprationaler ∃I

P r o z e s s e ∀ b z e s s e

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Dunkelheit

Ich träumte vom Aufwachen, am hellichten Tage.

Erhob mich aus meinem warmen Bett,
schob die Zudecke beiseite,
schwang meine Beine über die Bettkante,
stand auf,
streckte mich,

öffnete meine schweren Lider,
senkte meinen Blick zu Boden,
fühlte, wie es dunkel wurde,
und
hörte meine Augen,
vor meinen Füßen,
auf dem Boden aufschlagen.

Das war das Ende.
Ich sah nicht mehr.
.

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Too late

“You know, my opinions, my attitudes, my beliefs, my behaving, they are like water, you know, gaseous, liquid, solid, and so forth.
But it’s always water, you know, still water, always.
Something along these lines.
No matter what.
Whatsoever.
Get it?”


Rubens Rascaltrain, addressing his obviously dead girl friend, only seconds after the crash, in a stupor of lightning wisdom, fuc. 2063

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Wasser

„Ist da wirklich ein elementarer Unterschied zwischen dem Toten und dem Lebendigen?
Dem Stein und der Zelle?

Sediment resultiert aus physikalischen und chemischen Prozessen; so auch Aminosäuren.
Die Weg zur Zelle und die Organisation zum Zellverband sind zwingend, genauso wie der Weg zum Stein, zum Gebirge, und ebenso wieder zurück.
Innerhalb geeigneter äußerer Umstände, die sich hier und dort in gleicher Weise zwingend ergeben, erfolgen diese Prozesse überall im Universum.

Welche Ursache diese äußeren Umstände, die zugrundeliegenden physikalischen und chemischen Prozesse haben, weshalb diese so erscheinen wie sie erscheinen, ist ein ganz andere Frage.



Alan Stein, „Auf dem Weg zu den Göttern“, flu. 2221

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Realität Kunst

„Kunst wird bestimmt durch den Menschen, durch das Individuum.
Durch das Individuum, und seine Wechselwirkung mit sich und allem anderen.
Kunst ist die durch einen Menschen individuell wiedergegebene Realität der durch diesen Menschen individuell wahrgenommenen Wirklichkeit.

Kunst ist nicht objektivierbar.
Wäre sie objektivierbar, gäbe es keine Kunst.
Es gäbe nur diese eine Wirklichkeit.

Diese eine Wirklichkeit, so wie sie für jene Lebewesen erscheint, die sich ihrer selbst, ihrer Existenz, nicht bewusst sind.
Doch dem Menschen, und nur diesem, ist die Wirklichkeit in einer unendlichen Anzahl Realitäten denkbar, ist Kunst denkbar.“


Esrox Kazen, „Die Realität in der Kunst Wirklichkeit", sch. 2053

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Fragen über Fragen

„Der Mensch unterscheidet sich letztendlich nicht fundamental von allen anderen Lebewesen.
Er entnimmt seiner Umwelt Stoffe und modifiziert diese in einer Art und Weise, die ihm für seine Existenz notwendig erscheinen.
Sei es Nahrungsaufnahme, Überleben, Nestbau, Sex, Kultur oder Kunst.
Der entscheidende Unterschied zu den anderen Lebewesen besteht in seiner Fähigkeit, all das was er tut, oder nicht tut, in Frage zu stellen.“


Karl Soroni, „Die Erkenntnisstörung“, sch. 2053

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Wund Brand

Empor
Aus der Seele
Sehnen Lust
Tiefer Sumpf
Unter
Fallenden Toren
Versagt Vergessen
Erblühen
Türme aus Glas
Im Unablässig
Strömenden Wasser
Verletzter Gefühle
Übermacht
Erdrückender Schwäche
Reglos im Einklang
Aufleuchtender Klarheit
Düsteren Funkelns
Bunt Brennend
In die Wirklichkeit
Duftender Farben
Aufruhr
Erbrochener
Trauer
Ohne Ausweg
Im
Gespalten Graben
Schweben Rausch
In
Gerissen Verzerrter
Wunden Schwele
Im
Vernarbten Glück
Rohen
Vergebens
.

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Grenzen Los

Des Hetzen Grenzen
Hetzen Mich
Zu Tode
In Samen
Blühen
Der Unnachgiebigkeit
Sinn
Zerspringt die Welt
In verletzte Töne
An Dauernder
Resonanz
Im freien Fall
Der Seelen
Heulender
Träume Schwingen
Giert das Leben
Leben
In nacktem Aussetzen
Entsetztem Schmerz
Nach Mehr
Im Meer
Der Zeit
Geronnen
Kein Anfang
Ohne Ende
Versklavt im Ich
Durch Spiegel
Schreitend
Unverhüllter Hülle
Erstickend
Last des Seins
Erdrücken
Tanzend zu entfliehen
Entgegen
Verführen
Der Fluchtpunkte
Grenzen
Loser
Freiheit
Zurück
Auf
Gelöst
Im Nichts
Vereinigt
Mit Allem
Im Eins
.

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Rückkopplungspfeifen

„Da eine Seele nicht existiert, sind auch Gut und Böse nicht existent. Allein durch das überreizte und fehlentwickelte Feedbacksystem im Gehirn des Homo Sapiens erscheinen diese Aspekte real. Der betäubende Effekt einer extrem schrillen Rückkopplung. Das ‚Ich‘ eine Illusion, der Homo Sapiens eine Rückkopplungspfeife.“


Quantram Fasklin, „Über den Homo Sapiens“, sri. 4007

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Zufällig Notwendig

„Zufall bedeutet nicht Beliebigkeit, und die Möglichkeit alles beliebig interpretieren zu können, bedeutet nicht, alles Mögliche zu bedeuten, oder gar jenes zu bedeuten, welches du willst, dass es bedeutet, jedenfalls nicht notwendigerweise, denn der Zufall wird aus der Notwendigkeit geboren, und nicht notwendigerweise aus dem Willen; einem Willen, der da selbst eben gerade jener notwendigen Zufälligkeit entspringt.“


Karl zu Fall, „An jenem Nachmittag“, tor. 2039

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Sinnlich

„Sinnfreiheit und Gedankenlosigkeit.
Gedankenfreiheit und Sinnlosigkeit.


Die Freiheit des Sinns erlangt, wer den Gedanken loslässt.
Und.
Die Freiheit des Gedankens erlangt, wer den Sinn loslässt.

Alternative Lesart No.1

Die Freiheit der Sinne erlangt, wer die Gedanken loslässt.
Und.
Die Freiheit der Gedanken erlangt, wer die Sinne loslässt.

Alternative Lesart No. 2

Die Freiheit der Sinne beginnt dort, wo die Gedanken losgelassen werden.
Und.
Die Freiheit der Gedanken beginnt dort, wo die Sinne losgelassen werden.

Alternative Lesart No. 3

Die Freiheit des Sinns beginnt dort, wo der Gedanke losgelassen wird.
Und.
Die Freiheit des Gedankens beginnt dort, wo der Sinn losgelassen wird.

Alternative Lesart No. 4

Die Freiheit des Sinns beginnt dort, wo der Gedanke losgeht.
Und.
Die Freiheit des Gedankens beginnt dort, wo der Sinn losgeht.

Alternative Lesart No. 5

Die Freiheit der Sinne beginnt dort, wo die Gedanken losgehen.
Und.
Die Freiheit der Gedanken beginnt dort, wo die Sinne losgehen.

[…]“


Brainard Wohlsinn, „Verlässlich Nachlass, Nachlässig Verlass“, wel. 2063

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