Die Zeitwaisen

Die Zeitwaisen

Textlich Bildlich Klanglich Denklich

ach wie gut, dass niemand weiß, dass der

f r o s c h v i b r a t o r  b e i ß t

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innen. in der tat.

das mohntier schläft;
wir reifen im haus,
jede stunde ist geprägt,
wir schweifen nicht aus,

wir spielen nicht mehr.

die pfade sind ausgetreten
der züge entgleisen: vorbei.
gedanken drehen, gedanken kneten,
wir sitzen fest im gehäuse der zeit

und jedes fest ist zu fest diktiert.

da spielt einer!
in meinem schatten!!
ich trete aus -
montiert.

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Excerpt des Möglichen

„Das Potential zu allem Möglichen, existiert in der Wirklichkeit unabhängig von der Realisierung dieses Möglichen, und unabhängig davon, ob es gedacht wird oder nicht.
Insofern ist alles schon vor Handen, als prinzipiell Mögliches.
Um dieses Mögliche zu manifestieren, zu Hand haben, muss zumindest der Mensch dieses Mögliche auch denken können und den Willen zu seiner Manifestation, zur Handhabbarkeit haben.
Gedanke und Wille sind beim Menschen das Bindeglied zwischen Machbarem und Gemachtem, die Katalysatoren vom Möglichen zum Ermöglichten.

Doch auch der Gedanke selbst erscheint als Gemachtes.
Das ist das Faszinierende am Schreiben, und noch mehr am Sprechen.
Gedankenmanifestation pur.
Die Zeichen und die Laute, sie sind für sich nicht mehr, als sie da materiell sind, Kohlestaub auf Papier, bewegte Luft, erst ihre Rezeption und Interpretation führt zu weiterer Gedankenmanifestation, jenseits ihrer Materialität.

Das führt unmittelbar zu der Frage, ob dies so nicht für alles zutreffend ist.

Ist der Baum ein Baum, weil er ein Baum ist, oder weil wir ihn als Baum interpretieren.
Ist er unsere Gedankenmanifestation, oder die eines Anderen, die wir zu lesen befähigt sind.

Sind wir selbst nur Buchstaben?“


Jokush X. Snyda, “Excerpts of Possibility”, in der Übersetzung von Michele Murine, pos. 2207

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semantisch mariniert

rosa, die im farblichen rhythmus einer tiefen inneren unruhe ausartet,
verlottert hintergründig im gelb des umgebungsgrün.
während die gegensätze zusammenfallen, entgleitet dem inerten
ihrer kalotte jegliche anziehung.
rosa jedoch bleibt lustvoll und gebiert mit dem konservierten
sperma eines ebertons eine wilde zwittole.
damit setzt sie ein neues zeichen: ∃.

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