Die Zeitwaisen

Textlich Bildlich Klanglich Denklich

Radix | Berlin–Dingle–Avranches 2017

KommTier! | Auf | | | |

Berlin–Dingle–Avranches 2017 – Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni – 96

in: Berlin–Dingle–Avranches 2017
Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni
Reisen, Radreisen

-2:13-

Schon fast wieder im Schlafsack drin, eine letzte, nächtliche Aufnahme des taghellen Raumes - nur erleuchtet von einer kleinen Glühbirne - Bilck in die andere Richtung.

Wache erneut auf und Tageslicht scheint durch das Fenster direkt über dem Kopfende der Couch. Draußen das gleiche Szenario wie gestern. Wieder tief rein robben in den Schlafsack, warm einmummeln und versuchen, so lange wie möglich auszuharren. Fällt nicht wirklich schwer, ist erst kurz vor sieben.

Trübe Aussichten Trübe Aussichten

Radix | Berlin–Dingle–Avranches 2017

KommTier! | Auf | | | |

Berlin–Dingle–Avranches 2017 – Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni – 97

in: Berlin–Dingle–Avranches 2017
Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni
Reisen, Radreisen

-9:23-

Zwei Stunden Halbschlaf später ist das Rumliegen nicht mehr zu ertragen, muss endlich los, Beine werden nervös. Immerhin kein Regen mehr zu sehen. Auf zur Dusche. Frisch zurück, poppt eine Blase mit der Idee auf, warmen Porridge zu machen, bin aber zu faul, und die Blase zerplatzt. Die Klamotten sind einigermaßen trocken, also fix rein ins klamme Zeuchs und dann Müsli zum Frühstück wie üblich. Anschließend Wasserflaschen auffüllen, Zähne putzen, packen, Tor hoch, Rad aus Garage holen, Tor runter. Nach dem Aufladen des Gepäcks, Hütte aufräumen. Versuche alles so herzurichten, wie am Abend vorgefunden. Merkwürdig, bei den B&Bs war dieses Bedürfnis nicht vorhanden, belasse auch das Bett meist wie am Morgen verlassen.

Genug getrödelt, das Wetter macht einen guten Eindruck, immer noch kein Regen, und ab und zu sogar ein paar blaue Schlieren zwischen den weißgrauen Wolken. Verschließe die Hüttentür, wehmütiger Abschied, war die bisher angenehmste Übernachtung. Würde am liebsten die Hütte ans Fahrrad hängen. Böse Ahnung auf dem Weg zur Haustür, das Auto fehlt. Klingle. Nichts. Noch zwei, drei Versuche, aber anders als am Abend zuvor, sieht das recht hoffnungslos aus. No problem. Notiere Unverfängliches auf einem kleinen Zettel, Tor hoch, deponiere 20 Pfund und gefühlt eine halbe Tonne hinderliches englisches Münzgeld bei den Kühlschränken, Tor runter. Klemme soeben den Zettel so gut als möglich in die Haustür, da kommt der Farmer doch noch rechtzeitig angefahren. Er sei im Ort gewesen, einkaufen. Erkläre fix die Situation, damit kein Missverständnis entsteht, zeige ihm den Zettel. Ja, kein Problem. Wir unterhalten uns noch ein wenig, wie weit ich denn heute fahren wolle, das Wetter solle, wenn auch nicht wirklich besser, jedenfalls nicht wirklich schlechter werden. Schwinge mich aufs Rad und er geht zurück ins Haus. Ohne vorher das Geld aus der Garage zu holen. Besser wird wohl sein, ihn nochmal darauf aufmerksam zu machen. Also wieder runter vom Rad, abstellen, Farmer herbei klingeln, ans Geld in der Garage erinnern - achja, das Geld -, zur Garage, Tor hoch, zeige ihm das Versteck - o.k., und das Kleingeld? Ach so, ja, verstehe, danke sehr -, grinst, raus aus der Garage, Tor runter. Wahrscheinlich denkt er, ich sei nicht ganz tacko. Wegen des Kleingeldes, und des extra nochmal raus Klingelns, in Sorge er könne das mit dem Geld vergessen haben, oder jemand anderes könne sich zwischenzeitlich bedienen. Das Tor ist nicht abgeschlossen. Tock, tock, tock. Well. Rauf aufs Rad und endlich los - spät genug, 12:30 Uhr -, frisch, munter und in guter Wetter Hoffnung. Auf nach Bath und noch ein kleines Stück weiter bis zur Bury View Farm.

Radix | Berlin–Dingle–Avranches 2017

KommTier! | Auf | | | |

Berlin–Dingle–Avranches 2017 – Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni – 98

in: Berlin–Dingle–Avranches 2017
Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni
Reisen, Radreisen

-13:04-

Zwischen „Bearfield Lane“ und „Half Mile Road“, „Round Berkshire Cycle Route“.

Hier wieder fein flach. Die ersten, beinahe stetigen 4% über 1,8 km sind überstanden. Dann eine Steigung nach der anderen, nie wirklich weit und hoch, das Gefälle zwischendrin kaum spürbar, der von vorne kräftig drückende Wind umso mehr. Plötzlich blinkt der Forumslader nur noch ein bis zweimal. Fast leer gefahren. Wenig später die Meldung am GPS: Ausschalten oder auf Akku weiter betreiben. Letzteres, o.k., und Forumslader abstöpseln. So kann der relativ unbehelligt wieder aufladen. Mag das Licht am Rad nicht ausschalten bei dem Wetter, den Lichtverhältnissen und dem zeitweisen Fahren auf verkehrsreichen, engen Straßen. Mag auch nicht immer wieder ein- und ausschalten, bzw. dann vergessen wieder einzuschalten, well. Garmin läuft jetzt bei minimaler Displaybeleuchtung. Mal schauen wie lange der Akku das Teil werkeln lässt. Notfalls klappt das auch ohne bis zum Ziel.

Radix | Berlin–Dingle–Avranches 2017

KommTier! | Auf | | | |

Berlin–Dingle–Avranches 2017 – Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni – 99

in: Berlin–Dingle–Avranches 2017
Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni
Reisen, Radreisen

-13:54-

„Hungerford Freeman Marsh am „Kennet und Avon“ Kanal kurz hinter dem „Shalbourne Brook“ bei Hungerford.

Der folgende Abschnitt am Kanal entlang ist schön, vor allem schön flach. Plötzlich scheint der Pfad jedoch an einem Gatter zu enden, direkt dahinter eine große Pfütze und dann weit und breit nur wild wuchernder Rasen, ca. 50 m rechts vorne eine Schleuse, die „Hungerford Marsh Lock“. Muss irgendwie vom Weg abgekommen sein, oder auch nicht. Der Blick auf die digitale Karte lässt vermuten, da müsste gleich parallel noch ein Weg verlaufen, oder auch nicht. Und dann kommt auch schon links, ein Stück höher, ein Mann ins Blickfeld, scheinbar durchs hohe Gras schwebend. Also durchs Gatter hindurch, geschickt um die tiefe Pfütze manövriert, und das Rad über die nasse Wiese hoch und auf den Weg wuchten. Der scheint dann hinter der Schleuse doch wieder auf den Pfad am Kanal zurückzuführen. Da fehlt was im Kartenwerk, oder vor Ort. Keinen Nerv, diese Gedanken weiter zu verfolgen.

Radix | Berlin–Dingle–Avranches 2017

KommTier! | Auf | | | |

Berlin–Dingle–Avranches 2017 – Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni – 100

in: Berlin–Dingle–Avranches 2017
Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni
Reisen, Radreisen

-14:15-


Muss um etliche Sturmschäden drumherum, drüber oder drunter. Ganz schön was abgegangen gestern und in der Nacht.

So wie hier, auf dem „Hungerford Freeman Marsh“, zwischen der „Reading Taunton Line“ und dem „River Dun“, kurz hinter der „Picketsfield Lock“ Schleuse.

Radix | Berlin–Dingle–Avranches 2017

KommTier! | Auf | | | |

Berlin–Dingle–Avranches 2017 – Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni – 101

in: Berlin–Dingle–Avranches 2017
Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni
Reisen, Radreisen

-14:25-

Mittagspause unter der Brücke über den „Kennet und Avon“ Kanal, zwischen „Bath Road“ (A4) und „Oak Hill“ Capitals Route - part United Kingdom (England 5), östlich von Froxfield.

Pünktlich, kurz vor der späten Mittagsrast, legt der Regen wieder los. Die Brücke kommt wie gerufen, der ideale Platz zum trockenen Futtern.

Radix | Berlin–Dingle–Avranches 2017

KommTier! | Auf | | | |

Berlin–Dingle–Avranches 2017 – Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni – 102

in: Berlin–Dingle–Avranches 2017
Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni
Reisen, Radreisen

-16:56-

Capitals Route part United Kingdom – (England 5), kurz hinter „Wootton Rivers“.

Schöne Strecke, muss wahrscheinlich dennoch umplanen. Heute nach Bury View, ist zu weit. Halte auf der digitalen Karte Ausschau nach dem nächsten größeren Ort mit eingezeichneten Übernachtungsmöglichkeiten. Devizes sieht gut aus, und die geplante Strecke läuft genau hindurch, top.

Radix | Berlin–Dingle–Avranches 2017

KommTier! | Auf | | | |

Berlin–Dingle–Avranches 2017 – Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni – 103

in: Berlin–Dingle–Avranches 2017
Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni
Reisen, Radreisen

-18:20-

Weiterhin auf der Capitals Route - part United Kingdom (England 5), auf der „Woodborough Road“ bei Beechingstoke, kurz hinter der „National Grid Bramley-Melksham“ Leitung, hinter einer Wegbiegung.

Gegen späten Nachmittag haben sich Regen und Wolken langsam verzogen, die Sonne knallt und die Temperatur scheint höher als sie tatsächlich ist. Der ständige Wind und das dagegen Antreten nerven zwar und zehren an den Kräften, aber Strecke und drumherum sind immer noch schön und die Fahrt macht trotz, oder vielleicht auch auf Grund der harten Kombi, gut Freude. Ja, mag das.

Radix | Berlin–Dingle–Avranches 2017

KommTier! | Auf | | | |

Berlin–Dingle–Avranches 2017 – Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni – 104

in: Berlin–Dingle–Avranches 2017
Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni
Reisen, Radreisen

-18:44-

Capitals Route – part United Kingdom (England 5), süd-süd-westlich von „All Cannings“ und nördlich der „Hatfield Farm“.

Immer noch Freude genug für ein Selfie, mit vom Wind zerzausten Haar.

Radix | Berlin–Dingle–Avranches 2017

KommTier! | Auf | | | |

Berlin–Dingle–Avranches 2017 – Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni – 105

in: Berlin–Dingle–Avranches 2017
Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni
Reisen, Radreisen

-18:55-

Capitals Route - part United Kingdom (England 5), kurz hinter Etchilhampton und 4 km vor Devizes.

Rolle erst um zwanzig nach sieben in Devizes ein, in vollständiger, rotgrüngelber Regenmontur. Hatte unterwegs keinen Dreh mehr zum Ausziehen und im Wind war das auch so ganz angenehm. Bin trotz nur kurzer 66 Kilometer Tagesstrecke ziemlich geschafft und steuere den erst besten Pub an, der auch Zimmer vermietet. Der „White Bear Pub“, gelegen an einer zum Platz erweiterten, schattenlosen Hauptstraßenkreuzung. Kaum jemand unterwegs. Lasse das Fahrrad mit allem Drum und Dran vor dem Pub stehen, schalte noch nicht mal den Alarm ein. Schönes Gebäude und Interieur, gemütliche Pub Atmosphäre. An einer Seite des dunklen Raumes, erstreckt sich über die ganze Breite eine kleine Bar. Davor ein paar Essplätze an den zur Straße liegenden Fenstern. Wirt, Wirtin und drei Gäste sind anwesend. Leider kein Zimmer mehr frei, und prompt kommen alle ins Gespräch. Kann gar nicht so schnell fragen, ob sie noch ein anderes B&B oder dergleichen vor Ort kennen, sprudeln schon die ersten Ideen herüber. Dem Mann hinter der Theke fällt schließlich ein, das Sowieso doch bestimmt ein Zimmer frei hätte. Die Wirtin greift zum Telefon. Ja, sie hätten tatsächlich noch ein Zimmer frei, nennt mir den Preis. O.k.? Ja, passt, perfekt. Dann meinen Namen bitte noch. Gut, alles klar, sie würden mich erwarten. Nun folgt der Versuch der Wirtin, den Weg dorthin mit vielen Gesten und Richtungsangaben zu beschreiben, liegt wohl ein wenig außerhalb. Scheine aber zu schwach im Kopf, um das alles aufzunehmen, vielleicht mal wieder ein wenig unterzuckert. Frage nach der genauen Adresse, würde reichen, GPS und so. Oh, die Adresse, wo sie die nur hätte. Moment. Sie greift nach einem dicken Stapel Karten und macht sich auf die Suche nach der Visitenkarte des privaten B&B … und wird schließlich fündig, derweil durch Kommentare der anderen Gäste begleitet, freundlich bis witzig. Deutsche könnten sich nicht wirklich gut orientieren. Ist grad schwer, dagegen zu halten. Tatsächlich bin ich so ausgebrannt im Hirn, dass ich das Ziel nur noch im Garmin eingeben und mich routen lassen möchte. Sie schreibt die Adresse auf einen kleinen Zettel und dann verabschieden wir uns alle voneinander. Gehe nach draußen zum Rad und versuche voller Hoffnung das 64s zu bedienen. Packe aber nicht mal das im Moment, kann das Gerät auch nach mehreren Versuchen nicht dazu bringen, die Straße zu finden. Also visuell auf der Kartendarstellung suchen, kann ja nicht so weit weg sein. Hm, sicher ist sicher. Gehe nochmal rein in den Pub und frage grinsend nach dem Weg, ob sie den doch nochmal kurz beschreiben könnten. Ahso, ja, sicher, also erst einmal die Hauptstraße entlang. Die da hinten? Ja, die Hauptstraße einfach weiter fahren. Also genau die da oder die andere? Da sei doch nur die eine. Und so weiter. Die Straßenfläche vor dem Pub ist tatsächlich so groß, habe das alles für Hauptstraßen gehalten. Mache schließlich anhand einer Kombi aus Routing und Streckenbeschreibung einfach los, in Richtung Roundway Park, zum Magniola Tree.

Radix | Berlin–Dingle–Avranches 2017

KommTier! | Auf | | | |

Berlin–Dingle–Avranches 2017 – Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni – 106

in: Berlin–Dingle–Avranches 2017
Lambourn-Farncombe–Devizes, Dienstag 6. Juni
Reisen, Radreisen

-21:53-

Zimmer im „Magnolia Tree“ in der „Roundway Park“. Aufnahme und Uhrzeit später, nach der Rückkehr aus dem Restaurant.

Das B&B ist letztendlich weniger schwierig zu finden und weniger weit weg als gedacht. Komme ohne Umwege an. Von wegen schlechte Orientierung. Ein sehr nettes, älteres Ehepaar öffnet und grüßt. Werde von der Frau eine Treppe hoch geführt, erst einmal das Zimmer anschauen, ob so alles o.k. sei. Bestens, super. Wieder unten, die obligatorische Frage nach einer Abstellmöglichkeit für das Fahrrad. Ja, vorne durch das kleine Gartentor neben dem Haus, ihr Mann käme mir entgegen. Der Zugang ist kaum zu erkennen, da ein PKW unmittelbar vor dem Holztörchen parkt. Komme grad so dran vorbei. An der Hauswand, im Kiesbett neben einem schmalen Weg der in den Garten führt, lässt sich das Rad abstellen und sogar anschließen. Zu dem Zweck haben Sie extra Bügel in die Hauswand eingelassen. Ob sie hier draußen eine Steckdose hätten. Nein, die hätten sie leider nicht. Die unvermeidliche Frage nach dem E-Bike folgt. Nein, kein E-Bike, nur ein im Fahrrad integrierter Akku, für den Betrieb von GPS, Smartphone, usw. unterwegs. Ach das sei ja interessant. Hoffe die Frage nach der Steckdose war nicht unverschämt. Sehr hilfsbereit und freundlich die beiden, bieten sogar eine Abdeckhülle fürs Fahrrad an, das Wetter sei ja nicht wirklich berechenbar. Lehne zuerst ab, das sei nicht unbedingt nötig, bitte keine Umstände. Aber sie lassen nicht locker, das sei doch besser für das Fahrrad. Kann da nicht mehr nein sagen. Was für ein Service. Und dann tragen sie schon Teile des Gepäcks hinein. Bemerke das zu spät und kann sie kaum noch daran hindern. Zum Glück sind die Taschen wesentlich leichter, als die in Schottland letztes Jahr. Auf dem Weg zum Zimmer, klären wir Zeit und Bestandteile des Frühstücks, und ob ich jetzt gerne eine heiße Milch hätte, fragen sie. Vielen Dank, aber nein, im Moment nicht, alles sei gut, aber ob sie vielleicht ein Restaurant oder einen Pub in der Nähe kennen würden? Oh, ich wolle noch essen gehen, ja, also nur im Ort, das White Bear von dem ich hergekommen sei, da müssten sie auch Dinner servieren.

Rest Gepäck nach oben tragen und kurz klar werden im Kopf. Schon fast wieder eine Stunde vergangen seit Ankunft. Zu spät zum ausgiebig duschen, selbst mit dem Fahrrad dann kaum noch zum White Bear zu schaffen. Will aber zu Fuß, und so bleibt erst recht keine Zeit, sonst macht die Küche dicht. Also nur schnell noch trocken überwuseln. Zum Glück kennen die beiden eine Abkürzung in den Ort und zum White Bear. Wie sich später auf der Karte herausstellt, ist die zwar doch nicht kürzer als die Hauptstraße, aber wesentlich angenehmer. In der Dunkelheit solle ich den Weg jedoch besser nicht gehen, da unbeleuchtet. Im Pub angelangt, informiert die Wirtin mit Bedauern, dass die Küche Dienstags leider geschlossen sei. Doch sie nennt mir ein anderes Lokal, quasi gleich um die Ecke, The Three Crowns Pub.

Atmosphäre, Bier und Futter o.k.. Vorne längs der Wand eine weit in die Tiefe des Raums reichende Bar, parallel zur gegenüberliegenden Fensterfront, und weiter hinten im anschließenden Restaurant Bereich, einladende Sitzgruppen in gedämpftem Licht. Gut besucht, doch ein Tisch ist noch frei. Bestelle das vom Wirt empfohlene lokale Corvus Stout - soll dem Guinness sehr nahe kommen –, Chicken Fajita – die kommt in einem Gestell auf drei Etagen verteilt – und zum Nachtisch Brownie mit Vanille Eis. Immer noch Appetit. Kann beim Bezahlen an der Theke den dort wartenden Muffins nicht wiederstehen. Gönnt sich ja sonst nix, einer muss mit; nicht für gleich, aber falls des Nachts der Hunger nochmal erwacht. Flaniere den hübschen, von Bäumen gesäumten Pfad noch in anheimelnder Dämmerung zurück. Freue mich der Luft, des Grüns und der abendlichen Geräusche, und plumpse im B&B dann auch gleich unter die rundherum noch frei zu zerrende, viel zu voluminöse Rosenbettdecke, und weg. Vorher natürlich Zähne putzen. Duschen morgen früh.

Suche