Die Zeitwaisen

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beginn

das war der akt des aushöhlens,
unreif noch, als der engel mit dem
gesicht nach unten lag, erlegen dem
taurus, auch tau-ruß, im tiervorrat
verkrochen hinter dem schleier der
gut gelüfteten leichen. im kopf die
nacht, sie ward ihm entsprungen
aus zeitungsgrau im pergament der
alten untierhaut, während die minerale
stürzten aus einem tiefen epidermisblau.
es war der akt des aushöhlens,
der ablauf der dinge; unverhinderbar,
unverhandelbar – immer erwartbar.

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Excerpt des Möglichen

„Das Potential zu allem Möglichen, existiert in der Wirklichkeit unabhängig von der Realisierung dieses Möglichen, und unabhängig davon, ob es gedacht wird oder nicht.
Insofern ist alles schon vor Handen, als prinzipiell Mögliches.
Um dieses Mögliche zu manifestieren, zu Hand haben, muss zumindest der Mensch dieses Mögliche auch denken können und den Willen zu seiner Manifestation, zur Handhabbarkeit haben.
Gedanke und Wille sind beim Menschen das Bindeglied zwischen Machbarem und Gemachtem, die Katalysatoren vom Möglichen zum Ermöglichten.

Doch auch der Gedanke selbst erscheint als Gemachtes.
Das ist das Faszinierende am Schreiben, und noch mehr am Sprechen.
Gedankenmanifestation pur.
Die Zeichen und die Laute, sie sind für sich nicht mehr, als sie da materiell sind, Kohlestaub auf Papier, bewegte Luft, erst ihre Rezeption und Interpretation führt zu weiterer Gedankenmanifestation, jenseits ihrer Materialität.

Das führt unmittelbar zu der Frage, ob dies so nicht für alles zutreffend ist.

Ist der Baum ein Baum, weil er ein Baum ist, oder weil wir ihn als Baum interpretieren.
Ist er unsere Gedankenmanifestation, oder die eines Anderen, die wir zu lesen befähigt sind.

Sind wir selbst nur Buchstaben?“


Jokush X. Snyda, “Excerpts of Possibility”, in der Übersetzung von Michele Murine, pos. 2207

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Schach Matt

Geordnet im lichten Chaos
Durchs Treibhaus jagend
Den Gang des Lachens
Rückwärts laufend
In den Tag hinein
Im Endspurt
Entgegen dem Vergessen
Winkt fliehend
Lustvoll
Aus unweiter Ferne
Der Schnäppchen Tod
Dem Füllhorn Leben
Die fröhliche Grimasse
Strahlenden Seins
Verdrehender Tüten Schein
Durch das Dunkel Hell
Verschlossener Türen Zufall
Lockend dem Gewinner
Alles
und
Nichts
Gewährend
Was nicht schon gewesen
Jetzt und immerdar
In der Zeit Verlust
Die Wunden
Nur geleckt
Nie geheilt
Ertragen sich
Verbleibende
Stunden rund um die Uhr
Stehend im Galopp
Das blumige Ende
Ziellos erreicht
Auf Händen getragen
Zu Staub gebettet
In Liebe
Der Nächste bitte
Springer, Läufer, Turm
Schach und Matt
.

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Realität Kunst

„Kunst wird bestimmt durch den Menschen, durch das Individuum.
Durch das Individuum, und seine Wechselwirkung mit sich und allem anderen.
Kunst ist die durch einen Menschen individuell wiedergegebene Realität der durch diesen Menschen individuell wahrgenommenen Wirklichkeit.

Kunst ist nicht objektivierbar.
Wäre sie objektivierbar, gäbe es keine Kunst.
Es gäbe nur diese eine Wirklichkeit.

Diese eine Wirklichkeit, so wie sie für jene Lebewesen erscheint, die sich ihrer selbst, ihrer Existenz, nicht bewusst sind.
Doch dem Menschen, und nur diesem, ist die Wirklichkeit in einer unendlichen Anzahl Realitäten denkbar, ist Kunst denkbar.“


Esrox Kazen, „Die Realität in der Kunst Wirklichkeit", sch. 2053

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