Die Zeitwaisen

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trip trip

in: Alles und Nichts …

triptychon

ich bin so müde, daß ich von der decke falle
im fallen beschaue ich gespannt, bespanne ich geschaut ? meinen fall,
zu boden fall, erwarte den aufprall, erwarte einen knall.
während ich durch lichtschwärme stürze,
- dröhnendes licht, betäubendes licht, ohrenbetäubendes grünes trommeln -
fahren meine augen an der decke karussel.
über mir schlagen die halme eines feldes zusammen,
gekörntes goldenes gelb
erst war es grün.
ich falle
ohne ende in seidenstille
aus einem schal heraus
und hänge mich selbst -
lang aus.

im fallen verfolgen die füße das gesicht auf den händen.

wie ich in wellen zerfließe und rinne,
meine roten sinne liegen kahl,
sphärische spallation, dort unten teilt sich mein körper, spaltet sich,
ein riesiger schoß,
und alle grüntöne des wassers wellen
luminal.
ich leuchte kaleidoskopisch
und höre mich rufen: ach ! alles nur hülsen!
verdammte höllenfrucht!
es hallt
in rissen
verläuft mein herz
ohne wissende wiedersucht.

ein erzählendes zittern wellt von dort unten bis nach hier oben fort.

ich bin aufgeschlagen
hin und her
geschlagen in spalten
aufgeschlagen
irgendetwas kerbt sich in meine haut
ameisenschwer
aufgeschlagen
fall
ohne ende
erst war es grün
dann war es gelb -
ich falle nicht mehr.

nach dem auf-fall kalibriere ich mein selbst.
mühsam setze ich meine hände zusammen
und hebe mein auge auf die bewußtlosigkeit.

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vver

in: fogelprotokolle — Blatt 12
Absurdes, Alles und Nichts …

vver zückt mir
entsprochene papiere, versprochen bis
zum schlusz, zimmerkönig, zaunweide,
zerberus. zebrapapiere, verkehlte kohlerei,
zebra und zahl … mona-t-isa ? miere?
fogelhärz! zzz … jubiliere ätherisches
mir züngelnd zum zentrum zur zier. am zwirn
ich hänge, zungenspitz wegerich, verworfen …
gezogen aus.
zeiling. geherze. zwischen den zargen
im fleisch die resonanzen tanzen von dir. es
heizt mich, zeckt zimmerlich szene, wild ins-
zeniert. ent-zückung, ja ! im zitterleib, so
ungeniert und unverzagt zaumzahm du, in meiner
schlupfhöhle vor zirbelsäule … gestehe …
ich, am fogelspalier.

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zunder

in: sich ent-schrei-bendes — Sektion 2
Alles und Nichts …

o zundergrünes wunderwort.

ich sehe die verschiedenheiten meines durchnächtigten körpers, durchnässt auch, auch von isolierflüssigkeit, aber absetzbar, abzählbar an den ringen des schauens der augen, auch DIE augen, ein ringen gegen die müdigkeit und ein öffnen für die schlüssel der verschwiegenen heimlichkeit.
die schlüssel, verboten, himmelsschlüsselchen und der tontaube schmeckbare riechstoffe, lockboten in den gauben.

draußen stolziert ein kopftuch vorbei, auf stiefelspitzen, wie eine frau holle in die wartehalle, dort webend, auf wolken hoffend zum schweben und jch schwelge im weiteren, weben und kleben einer schwebigen textur, ledig des leidens, und leid sein des schreibens, entkleidung - ruptur.

nur der strom ist der grund und der feste boden, warum jch im dunkel noch schreibe und bedecke die seiten mit zeichenteilen, brandschwarze knochen auf leichenteilen, und und und …
wo war jch geblieben? im seidenweiß wie siedenheiß, durchfährt mich bleichend der zug der zeit, ein dauerwulst, ein simsalabami.

ein lochbrandgefäß, ein fraßloch, gebrannt und aus dem lochfraß gefädel des lachens zum maßlosen band, lachbandgefädel und das fahren mit händen und füßen an der wand entlang, dies ein wandgerädel …
und all diese unbesetzten zustände, zustände im schreiben und sprechen und tasten und denken nur:
die aufgabe der tastatur !!!

hirnschlüsselchen zündschlüsselchen stirnschlüsselchen, wo seid ihr nur?
besetzte zustände im glauben.

ein tiefer schnurrender klang.
während jch schiefkörperringe blase geh jch überaus,
erdmäntelig gestaubt,
umher in ungeräumigen a-realen
herumschleichend bereifte über einer grünen lilie,
erdmäntelig gehe jch, auch tongestaubt.

tubenreine tonstaubstube

im licht eines scheinwerfers werden der orchidee die zähne gezogen. ein trauriger
nachtton, eine kleine fanfare.
sind meine erinnerungen ab- oder anwesend
während jch fahre, innerhalb der zeilentransformation, hin und her, präventive reaktion.

restlicher staub aus einer mündung aus knochenhaar.
kein einziges totes pferd und nur der schafhaarboden liegt aufgeklärt

gebahrt.

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zärtlich

in: the daily horror — Szene 37
Alles und Nichts …

von der brust
zur schulter und
zum schlüsselbein.
die eingeweide deiner
hand, deines armes und
deines handgelenkes sind
nicht halb so schmackhaft
wie die deines kopfes.
meine zunge leckt
an deinen fersen,
an deiner brust
saugt mein herz.
aber mein mund,
gehört deinem
hirn allein.

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hohe zeit

in: Alles und Nichts …

shorts.
the-true-man-show.
chaosmose im chaosmoose. chamoix entzückt.
ein mann entrückt.

„lu.divine, meine göttin, mein verrücktes geschenk,
mein toffee, mein touteè, meine seligkeit.
gesegnet seien deine schultern, deine brüste, dein haar,
das gurren deiner augen, das lispeln deiner lippen,
das tröpfeln deiner scham, oh ludivine, meine schischi,
gesegnet seiest du roh und gebraten, halb und ganz,
deine hüften, dein bäuchlein und dein schwanz.

und über allem steht der zauber deiner brauen.

zabre-mäudchen – zebrau-mädchen,
blauglockige tuunikatze,
schenk mir deinen mantel her.“

der a-chord im hintergrund.
singt: „unicata toc! nuit nuit.

braut braut.
dem mann dem mann.
ein tier ein tier.“

und ein riesenmännlein schreit:
„heute rauf ich, morgen aas ich und übermorgen bin ich
dann soweit.
kastriert.“

der erzähler dazu schweigt: „jaaaaa, gut tier will weide haben.“

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g-es-chlecht

in: the daily horror — Szene 88
Alles und Nichts …
Absurdes Theaterstück

läuft es oder säuft es?
äugt es oder zeugt es?
über zeug tes?

fässt es fest,
wenn es fässt?

sitzt es tief
und durchnässt?

über fliegt es
über siebtes ?

is(s)t sein same wie
sein name ... aus dem ei ...
gebellt oder geprellt ?

sieben fragen sind ungerade gestellt.

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nach der lähmung

delokation

heraus! aus den wildesten zusammenhängen will es sich
ergießen. gefedertes schaf. früher ausgetrieben und
in der fremde, der kleine wendekreis, er führt ins
nichts. gleittier auch, wie fogel, fliegt.

aber heut morgen war doch das aussscherende,
das sich selbst scherende und war es denn wohl gelitten?
siehe, es war irisierend, was du mir schriebst und ich sah
in dem weißen gesicht das weiße. daneben der fliederfächer
im schrank der komödiantin, welche herabstieg – gliederfach –
aus der bürde des gewellten wassers und lichtschwere
entfiel den blüten, wie zufällig zugemacht.

verdigris am rebstock. vorbeiziehende wolken
in ziegelrot und wachsender geschwindigkeit.
ein ganz spezielles grün, durch witterung empor-
geschleudert. wir besteigen das tote gefährt.


und nun muß es bis morgen schon aufgegessen sein,
morgenschön und ich schäme mich der angelegenheit,
da doch noch ein kasten daran hängt, ein technisches
gerät und es ist doch keine anlegestelle in sicht und
es war doch lieber ausgesessen.

fremde. fremdes bestauben, gesteinsmehl, geruch,
gras und bestaunen … soweit das auge reicht.
ein verträumtes seeglitzern gefunden, am salbeigerüst
und: engel müssen nicht flügge sein. so fällt es aus den
ansichten einer augenhöhe und mir schwanen wieder
diese schlankheitsaugen, gliederfüße, gold in schnüren.

ständiges gerede von licht und später. also: s p h ä r e.

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nach der lähmung

differenzierung

das flattern der augenlider,
wie fögel, auen-glieder, frauenlieder,
ungeziefer der nacht und ziemliches getue.
dazu die nachtblüten, elsabet, wie wilde klematis
im waldgrünen grund der schattenrosen,
ganz gerippte kante und weiße knochen im musenkleid.

die zerrüttungen, dazu das
lebensmuster, mustergültiges in-uns-tragen,
erschrecken über unser leben, wer sind Sie?
so schräg paspeliert, in zick-zack-geraden.
flatterlinge, schmetterlingsgießen, das aus
der form geraten. geraten, wohl geraten, wohl
gelingen, gelungen, wandlungen. wie sehr wir
uns auch verschließen.

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fasse fassen gezeiten

in: the daily horror — Szene 24
Alles und Nichts …
Absurdes Theaterstück

in der sonne sitzen und über die zufälle des lebens nachdenken
die einem so zufallen wie die augen, wenn man lange genug gewacht,
gelesen, gelegen, gesessen oder gestanden hat oder die zeit
in irgendeiner anderen körpergrundhaltung verbracht, zugebracht,
um die ecke gebracht hat. um die obere, linke oder die untere rechte
des magnetischen quadrats, an dem zwei dinge aufeinandertreffen,
die nichts, aber auch gar nichts miteinander zu tun haben, aber durch
dieses aufeinandertreffen einen funken schlagen, einen funkenschlag
erzeugen, der sie im ersten moment erschrecken läßt -
über die gewaltigkeit der entladungen;
ihrer entladungen,
sie dann aber über die art der herausgeschleuderten materie
als ergebnis eines ungeplanten anstoßes zum nachdenken anregt
und miteinander vereint, um fortan gemeinsam zu sinnen
über die entleerung der gefäße, welche mit der absicht des füllens
oder des sich-füllen-lassens bereitwillig stehen, sitzen oder liegen
oder in irgend einer anderen gefäßgrundhaltung die zeit des wartens
auf ‚das füllen‘ bzw. das ‚sich füllen lassen‘ verbringen und dabei
durch die existenz bloßer körperlichkeit ihrem sein verstärkt ausdruck geben,
ja, mehr noch, ihrem sein den anstrich verleihen, leibhaftig zu sein während
der zeit des wartens und auch davor und danach und es nur eine, mit leichtigkeit
zu erfüllende bedingung gibt: daß das füllende stets und bedingungslos die form
des zu füllenden annimmt, während es vor dem füllen und während des füllens
(und nach der entleerung) doch irgendwie ganz formlos ist, ein formloses gewühl,
an dem niemand anstoß nimmt, weil es selbstverständlich ist,
daß es im fließen keine festen formen gibt ...
und zum nachdenken nicht anregt ...
fließend gehen,
gezeiten ..

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nach der lähmung

deutung

dazu dieses furchtbringende erregende grillengekreisch.
geschrei der grillen, im heu, das pferd wird's richten,
das lockere gefüge, ach, das über die stränge schlagen,
haltlos auch das strenge elterntier, weit abgeschlagen
fielen die früchtchen in loser folgsamkeit, lagen wie
in streuobstwiesen, musterlos, mit dem schlagen der flügel
begann die andere zeit.

wo einer vom abschied schrieb,
die gesichtsspannung gelöst und eingetauscht
gegen das abenddenken noch ein paar tabletten
mehr zu nehmen als es steht in den tabellenblättern
weil der arm ganz automatisch ausfährt um mit der hand
zu...greifen zu können und das, das denken sagt:
aber heut morgen ...

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nach der lähmung

drehversuch

erschütternde nachbewegung der hand,
sich werfend, unnachgiebig, die köpfe
hinter sich lassend, verschnitten,
mit dem eigenen körper befasst,
diese tausend kleinen verworfenheiten.
es schüttelt mich, soviel ausgrabungen
könnte ich noch machen, wenn ich mich ließe,
kopfklackern, schlankeitsaugen, kopfkakalaken,
dazu dieses aufgeworfensein, geschmissen aus
den unterbrechungen des fließens, abhandlungen
während des schreibens, zerfließen, taukörper,
rohe masse und dann dieses verfallen in geworfen-
heit, hingeworfenheit, auch her, auch gerissen,
in verrückungen, zungenzucker ... außer der zeit,
außer des selbst sein, ein leben lang die fäden,
lang die zeitlosigkeit, die ewige zeitlosigkeit!

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eisern weiter

in: sich ent-schrei-bendes — Sektion 6
Alles und Nichts …

es ist sein.
eiserne zeit - vorreden zur überschreitung

durch-schrei-tung des durchdessen
hier könnt jch schreiben: lurchessen.
frosch-schornsteine?
bio-türme!
reste von kokerei. brikette und koketterie.

o, duchesse, im kirschbaum flattert mein abendkleid.

jch sage: kräuselnacht im schafhaarboden
und sehe hoch zu denen da droben.

und wie unterdessen draußen alle froschschenkel türmen,
sich türmen auf türmen auch:
f-a-r-n-f-a-r-b-e-n.

mein schlafhaar mit grünem schimmer
schlägt auf dem boden auf
neben arachnes weben und einer
versotteten nachricht:

otter-dei ! nicht agnus,
argus sei ! licht.

dazu ein assonanz-grün.
nicht diffus, aber sonderbar und
lichtig strömend bei positiver LO-
ch-entspannung rings der klangmodulation,
entlang der ringmodulation, ach, wozu kam jch, durcheinander?

per-dot.tet
einladung zum gespräch in vitrinen oder bruch-präsentation -
jch bin wie jch mich fühle, verrottet.

eiserne zeit.
jch liege mich leer und
vorbei.

an den händen der saft roter beeren, nächtliche reste süßer gäste und der met trocknet am honigbein, jch laß ihn kleben.
pfahlwurzelsalat. eine bestimmte menge an füllstoff ist unabdingbar, muss sein. füllstoffe, auch klebstoffe, lebstoffe und trinkstoffe, sinkstoffe
natürlich, weltwet. wetter. weit.

und oben dudeln die jetter im dusel roter reben
vom ewigen leben.
be-lie.

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