Die Zeitwaisen

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tag t bis ∃

in: sich ent-schrei-bendes — Sektion 5
Alles und Nichts …

rake-teer
nake-teer

mein leibastral !
cuticula.
jch löffele nautisch astronenquark, dazu diesen ganzen nanosalat,
onano, nano-partikular, verblätter mich, nicht unbitter, bin ritter in terrinen,
und draußen gleitet bei den bienen
stromleitend geheucheltes des-interesse
vorbei.

bin kosmochronisch chrom-os-kon-aut,
in’s sternengespräch vertieft verlesen,
in verliesen,
schwerklebend verfallen der fluktuation,
der gravitation in grünen wiesen.

flukturiere bee-„lie e8“ dabei.
mein luftschlüsselschloß vibriert, weil: es musiziert
kosmogonautisch. dann tanzt es an mir
vorbei.

o bee-lay lie,
ein nacktes tier,
fällt ein
wie blei.

schiebe schiefe
schriefe schriebe
schreibe scheibe
schei be schreibe
schei be schreie
schrei beschreie:
schreib! oder stirb!
nein! schrei!

schneide schneisen
kreide kreisen
Ü-berschreie
Ü-berschreibe
überschrei
be-mich.

bekreistes kreisen
reistes reisen
eistes eisen
ist es sein?

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hohe zeit

in: Alles und Nichts …

shorts.
the-true-man-show.
chaosmose im chaosmoose. chamoix entzückt.
ein mann entrückt.

„lu.divine, meine göttin, mein verrücktes geschenk,
mein toffee, mein touteè, meine seligkeit.
gesegnet seien deine schultern, deine brüste, dein haar,
das gurren deiner augen, das lispeln deiner lippen,
das tröpfeln deiner scham, oh ludivine, meine schischi,
gesegnet seiest du roh und gebraten, halb und ganz,
deine hüften, dein bäuchlein und dein schwanz.

und über allem steht der zauber deiner brauen.

zabre-mäudchen – zebrau-mädchen,
blauglockige tuunikatze,
schenk mir deinen mantel her.“

der a-chord im hintergrund.
singt: „unicata toc! nuit nuit.

braut braut.
dem mann dem mann.
ein tier ein tier.“

und ein riesenmännlein schreit:
„heute rauf ich, morgen aas ich und übermorgen bin ich
dann soweit.
kastriert.“

der erzähler dazu schweigt: „jaaaaa, gut tier will weide haben.“

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sonntäglich

in: the daily horror — Szene 44
Alles und Nichts …
Komödie

seelenteig,
auch tang gereicht
als reichte es nicht
aus dem geblute
so umhin zu reichen
das ausgeblutet ...
licht ... im mühsam moos
da flügelos kein sporen
in sicht, schwer, ohne blaß
einherzugehen, bloß ...
bleich und seelengleich,
da aus der überfülle
überquülle wellenfloß, ach !
litanei, wie arze ... h-arze
nein ! haerz und hertz,
umwellen sich, gehen
himmelwärts, quellen scheu
zum schloß der titanen,
schoß der liebe schluß wie
mündlich kuß, wach liebster !
daß dein herz nicht stehet
unruhlos und so vergehet
ohne mich. mach. mich los
vom stand der dinge unerheblich
und erhebe mich ... auf deinen schoß,
soll riegel sein der gepriesenen pforte
und rieseln hinein wie meere in orte
a-zur so, blaue blume und beieinander sein,
mach mich müde, rankend wie ein reh
und lass mich, schreiend ... nicht allein ...
sleeping beauty, welling sleep und belling blut ...
all das steht, geschrieben in einem hundwärterbuch.

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lück

in: the daily horror — Szene 75
Alles und Nichts …
Absurdes Theaterstück

ich fiel;
von einem schlaf in den anderen
und hab die reihenfolge der
farbigkeiten dabei -------> vergessen.
erinnere aber: auszieh----augen,
aug-ureng-leich, die mich an-starr-en
zu jedem schlagrund mit ihren schrei-enden
aus-drücken ... farbausdrücke,
die ich am liebsten wegsperren würde.
nicht eindeutig be......stimmbar und
aus jeder ecke des z/immer/s
drängt ein anderes ge-räusch;
geh-eul auch, nacht-weiß, g-lückl------ich.
des weiteren: ver/w/irrung einer pf-lanze
(statt der füße nur zwei-klobige steine),
die den sinn des w/einen/s nicht versteht,
ihre scham in grün-verhüllt während
über dem boden sich ein wölkchen vorüber-
bewegt. kuckucksspucke am bein und
erregungshaltung, innehalten und beschieden sein.
alles hirschgespinste, brückenstege, über-leger ...
wo ich doch eine mega-mogalie umsetzte und die
felder reine begren/z/ungen haben und zungen
am überlebensbein, mit bernsteinaugen ...
zum glückl---ich sein ...
grün
grün
ÜÜÜ.

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tag 1 bis x

in: sich ent-schrei-bendes — Sektion 1
Alles und Nichts …

überschriebenes beschreiben
treiben trifft auf schwingkreisreisen

solange ich schreibe bleibe ich, auch bleib ich zurück,
wenn ich weiterschreibe noch weiter zurück, bis ich übrig
bleibe, hin und zurück, als rest vom stück und hingeschrieben,
hin und weg, nein hin und zurück, der weg ist ein fest,
wenn ich mich verschreibe, vielleicht auch beschrieben zurechtgerückt,
und so etwas bleibe, mehr dunkel im licht und verbleibe am ort, dort wo es sich trifft,
und verirre mich, verirre mich auf meiner reise auf eine weise die anders ist.
verwirre mich.

wirre im t-raum-areal also zeit-raum-areal, wo das hirn sich verbiegt
weil es andersrum liegt, weil ich wirre im schreiben vom schreiben nur bleibe,
und irre mich, weil ich richtig falsch dabei liege,
und mich nicht verbiege weil ich immer noch liege und lüge im liegen und lüge nicht,
wenn ich schreib, daß ich im liegen lüge und dies gelogenes schreiben ist weil
das gelogene nichtschreiben ist und ich dem nichtschreiben nicht unterliege und
alles geschriebene ungelogen ist. aber alles geschriebene ist schweinerei?
so liege ich.

über dem schreiben.

überliege und lege mich fliehend und fließend in die bebenden hände beim schreiben
zu zirkelnden kreisen, und jetzt? läßt kreisen mich: über-treiben? zu ihm, zu einem
geraderen, zu einem geredeten hin? hingeredet bleib jch ihm, hingetrieben treib ich sinn,
wieso weshalb wie wer jch bin und ob jch nicht doch, eingeredet bin.
mir schwindelt schon beim schreiben und würde doch so gern noch bleiben, bei ihm,
dem sinn. doch lass mich treiben. springe vor und springe zurück. schwinge vor, schwinge zurück, verzeitige mich, be-seitige mich: bedecke mich mit seiten.

be-decke mich also mit seiten.

mit seidigen deckern, deckenden blättern, seiten-weise, seiden-weiße, seitenweisige seiden. so lieg jch im seidenweißen blätterversteck, bedachtes bedacht, bedecktes bedeckt.
so liege jch bedeckt bedeckt, bedeckt von allen seiten, in seiten und seite und spanne nur und spanne nur die zeiten. ziehe die geraden leinen auf, linien auf leinernen seiten. oh, aufgespannte zeiten, wie leinen auf seidigen weiten und töne drauf und stöhne laut:
oh sieh, nein hör! auf den weiden, die bereiten ! schreib auch schrei-bereiten !
kühe, zwischen hoch gespannten leinen. da liegt große spannung drauf. und die leinen leiten.

so liege jch und bin verlegen durch mein schreiben nicht verloren, nicht verlogen,
doch ungelogen ungelegen spring jch durch die zeiten, mit seitenschwung in den zeitensprung und hänge in den zeilen, will sie teilen zu geteilten weichen weilchen … bedecke die seiten mit zeichenteilchen und wollte doch der müden hand ein ständchen bringen, ein stündchen nur und seh meine hand:

zu einer tasse greifen.

so greifen wir beide, eine stille tasse aus müdigkeit, ein stilles tasten der hastenden hand über die tastatur, auch über DER; auch tastende hand übersetzen, über-tasten, über sätzen, übersetzen der hand. doch was sollte jch aus einer müden tasse anderes trinken als müdigkeit? und daneben: die rosenkerne.
jch sage: g.art.elier.
hier besteht eine möglichkeit zum wenden, zum wendekreis, zum reden hin, zum geraden sinn, doch jch wende nicht, jch ende nicht, jch drehe zu geraden die enden.
schienbeine der zeit, laufen an den wänden entlang, über die decken zur anderen wand,
stiefbeiniges schiefmütterchen, du holst mich nicht ein und du findest mich nicht
in meinen gewändeten verstecken. denn jch habe bewändet begonnen zu sprechen.
in meinem unberandet raum,

abruptes zu wenden dem sprechen.

auch DAS sprechen, in wieviel zügen, zügellosigkeit, leere jch das porzellanige kleid? auch launiges kleid, jch will es glauben, auch schlüssellos, oh, bestirbtes stürzen in meiner glückseligkeit, in meiner rastlosen zügellustigkeit, über bügellistiges brett besteigt der sandbote mit eingeköcheltem handpapier notenbereit das bereift beginsterte fensterbett. jch aber, sprachanästhesist voller linkszeitiger erfüllungen bemerke in lautender konzision: der angeborene mund ! geburtsort, geburtswort, klanggerät und stimminstrument, oh, aris, goldmund voller narzissen, für ihn heb jch den mund aus dem lavendelversteck, heraus aus dem kissen und stopfe die kerne der rosen hinein, in mund und kissen,

rosenkerne im kissen.

daran geheftete hoffnung auf ein wunderwort und das porzellanige kleid am warteort, und töne aus dem mund heraus, lausche den tönen nach und hebe sie auf zum aufheben in gestiegener hoffnungshaltung, heftungshoffnung in lavendelfetzen, in der ferne, wo sterne leuchten als trostlaterne und raufen singen es geht mir gut, in weilen, in weiden, wieder auf zuhauf, gehoppel, getreiden und ferneres schreiben, ein sicherndes gut, einsichernde glut. mir löscht das gewässerte aus den augen die aufgehobene frühlingswut, wunderglut, es geht mir gut, das will jch glauben. vergossen isoliert sich das mundsekret zur flut, zur isolierflüssigkeit neben den nostalgischen geräuschen, geräuschen eines nostalgisch geschriebenen am warteort,

herbeibittend, salbeibittend das wundergrüne zunderwort.

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nach der lähmung

deutung

dazu dieses furchtbringende erregende grillengekreisch.
geschrei der grillen, im heu, das pferd wird's richten,
das lockere gefüge, ach, das über die stränge schlagen,
haltlos auch das strenge elterntier, weit abgeschlagen
fielen die früchtchen in loser folgsamkeit, lagen wie
in streuobstwiesen, musterlos, mit dem schlagen der flügel
begann die andere zeit.

wo einer vom abschied schrieb,
die gesichtsspannung gelöst und eingetauscht
gegen das abenddenken noch ein paar tabletten
mehr zu nehmen als es steht in den tabellenblättern
weil der arm ganz automatisch ausfährt um mit der hand
zu...greifen zu können und das, das denken sagt:
aber heut morgen ...

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eisern weiter

in: sich ent-schrei-bendes — Sektion 6
Alles und Nichts …

es ist sein.
eiserne zeit - vorreden zur überschreitung

durch-schrei-tung des durchdessen
hier könnt jch schreiben: lurchessen.
frosch-schornsteine?
bio-türme!
reste von kokerei. brikette und koketterie.

o, duchesse, im kirschbaum flattert mein abendkleid.

jch sage: kräuselnacht im schafhaarboden
und sehe hoch zu denen da droben.

und wie unterdessen draußen alle froschschenkel türmen,
sich türmen auf türmen auch:
f-a-r-n-f-a-r-b-e-n.

mein schlafhaar mit grünem schimmer
schlägt auf dem boden auf
neben arachnes weben und einer
versotteten nachricht:

otter-dei ! nicht agnus,
argus sei ! licht.

dazu ein assonanz-grün.
nicht diffus, aber sonderbar und
lichtig strömend bei positiver LO-
ch-entspannung rings der klangmodulation,
entlang der ringmodulation, ach, wozu kam jch, durcheinander?

per-dot.tet
einladung zum gespräch in vitrinen oder bruch-präsentation -
jch bin wie jch mich fühle, verrottet.

eiserne zeit.
jch liege mich leer und
vorbei.

an den händen der saft roter beeren, nächtliche reste süßer gäste und der met trocknet am honigbein, jch laß ihn kleben.
pfahlwurzelsalat. eine bestimmte menge an füllstoff ist unabdingbar, muss sein. füllstoffe, auch klebstoffe, lebstoffe und trinkstoffe, sinkstoffe
natürlich, weltwet. wetter. weit.

und oben dudeln die jetter im dusel roter reben
vom ewigen leben.
be-lie.

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gang 1

in: weltenuntergänge — Paragraph 1
Alles und Nichts …
Komödie, Groteske

auf den straßen und überall liegen schiffsplanken herum.
aus den fenstern ergießen sich bäche, ströme, meere.
fluten, ganze heerscharen von fluten.
die menschen sitzen in merkwürdigen behältern und
rudern zu zügen um ihre häute zu retten. sie sehen seltsam aus.
die hunde bellen die nomenklatur der weltenuntergänge
und lassen sich nicht treiben.
einige singen: fürch-te-het eu-heuch nicht.
kein wind kommt auf.


an den abenden fallen roll-läden vom himmel herab
wie höllische kaskaden,
man hört so manche gräßlich schreien.
hunde verkünden sensationelle
luftangebote, zum absoluten sonderpreis.
zum absoluten nullpunkt fahren,
−459,67 °fahrenheit. fahrende hunde,
weit und breit und preisende kujoten.
o. nomenklatur der weltenuntergänge.
te igitur ! und überall stehende o-rationen.

kleine dinge wachsen in den frühen,
unsichtbar für frau und mann,
wächsern wie die bleichen gesichter,
diesseits und jenseits der wolkenbahn.
eltern vermählen ihre kinder mit holzabfällen,
nur damit es etwas wärme gibt
und der siedepunkt wird ... DOCH NICHT ... erreicht,
trotz buchung in speiseräumen -
VOR-EI-LIG.

wenn keiner kreischt, ist es verdächtig.
seid still ! die hunde beten im kreidekreis.
einer spricht: so sind wir mächtig,
das war es, was gott wollte
und was kein anderer weiß.

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kuck- oder gesichtssichtung in verklumpungen und schlackeluft

in: sich ent-schrei-bendes — Sektion 10
Alles und Nichts …

nach sichtung aller verschlotterungen
in nachtschicht und schichtung
werden eng bestirnte halbgar- und
andere töne gut in flutdichten taschen verstaut,
bestaubt gebeugt und fest vertäut, unbestäubt.
alle anderen, gut gefüllten, gehen in luftreisen
ein und steigen auf. luftgallonen.

zu denen da droben.
die uns unsichtbar funken:
die luft riecht nach schlacke von euch da unten.

dann ein kuckucksrufen an morgendlicher wand.
kuckucksschreien. klebt kuckucksspucke am bienenbein?
brutlos lustlos flutlos lausch jch in mich hinein und sage laut:
„jch liebe ihn, un-platonisch.“
und: an-pluto-nisch sind wir verwandt.

zwischen den blättern, zwischen zetteln und scheinen,
komm jch ins wirrwarr von flunkernden, meinen
sporadischen erinnerungen, flunkerungen, hin-be-rungen:

DER MUNDTOD DER BEUTE IM SPRACHFORMALIN.

doch bevor jch mich entschließe, dem allen zu entfliehen,
will jch noch schreiben, mich selbst zuzuschreinen;
bahnen fahren an den wänden entlang, mein hände sind bang;
ohne schuh geh jch auf reisen.

und über mir die jetter
beugen unverdrossen verben
an eros.erben
vorbei.

o, jch bin so verdrosselt.
ooo bee, libei.

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blatt neun: stein

in: fogelprotokolle — Blatt 9
Absurdes, Alles und Nichts …

am abend klappt der fogel den schlafsteg auseinander und legt sich darunter.
nachts zählt er die schritte der über den steg hinwegschreitenden,
lauscht ihren gesprächen und schläft am morgen wieder ein.
zu mittag erhebt er sich, klappt den steg zusammen und schreibt darauf ein wort:
dramaturgiegestein.

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tapire

in: the daily horror — Szene 56
Alles und Nichts …

man könnte auch sagen: butterblum, zwitterblum, wenn man so sitzt,
inmitten seiner bücherberge wie eine insel von gras umschlossen
und in der hand die schale voll blumentee; wie eine geisha,
buntbekimonot, an seidenfäden das härz gehänkt und der ausdruck
der puppe gegenüber so dem eigenen entspricht, dem eigenen ausdruck,
der eigenen haltung, sprachlos, stumm, nichts. verpupptes spiegelbild
oder spiegelbild verpuppt.

sitzen im zittergras. welch ein bild der ängstlichkeit.
mach ein foto davon. stetiger wechsel zwischen an und aus ...
ziehen, auch im kopf, an-aus-an-aus ... bei welchem zustand
wird wohl stehengeblieben? aus, verbraucht - am wenigsten energie.

mir tränen die augen in dem ganzen blätterhaufen, hafen auch.
ich wünschte, alle wären vom winde verweht, es ersparte mir viel,
auch mühe zu ordnen, doch ich ordne sowieso nichts, wozu auch.
wenigstens gibt es hier keinen gitterzaun. ich sauge die luft
ein und stoße sie aus. denke: der mensch als fortbewegungsmittel.
und: welches zeug! inmitten der pflanzen.

stille sinn thesen, durch addition und subtraktion, eliminierung,
omnipotese; konditionierung. oh, zarthaariger kelch ! wo bist du
verblieben? wächst du nun nur noch unter'm fernen getreide?
schauer laufen still den rücken hinunter. mir gruselt vor den ganzen,
weißen papieren und den kritzeln darauf.

ach du schöne poesie, du bunter fogel mit den weißen flügeln,
kreidebleich. so rot die strümpfe, so ohne schuh, schuhkäfige
sagte eine dazu, para-day. da kannst du vieles denken, wissen
schafft kunst, dann wieder: wie die pflanzen sich verrenken !
auch: einander zu. ein tausendmaliges verbäugen, stilles verehren
und preisen. ein gegenseitiges erheben, so heiß, so viel glut.

ein schmetterling paart sich mit blum und beflügelt den fogel
der nichts davon weiß, nicht weiß, wie ihm geschieht. ich nehme
mir vor, nicht zu versinken in den vielen papieren, ein fast un-
möglicher vorsatz. schreibe dann: was sind wir doch für seltsame
gefäße, behausungen, bauwagen.

aufgestichelt das stichwort in relevanz zum naheliegenden gegenüber
tanzen tanzen tanz, stanz. steht still nicht, loses werk, zeug,
flick, blatt ... brrrr-uch auch brrr-auch stück, von dir stückchen.
schon wieder hungrig nach flugigen tagen, puppenverpuppung, unpuppe,
die aufgetürmten nester, die entschwärzten pupillen, die kugelaugen,
das rothaar schon zu orange.

dieses gespringe, gesprinkel, gespreize.
wolkenfette abgemolken. es regnet keine milch heute, auch keinen honig,
ich spüre wie die verseuchung nicht nachläßt und rauche trotzdem zuviel,
flick-flack der gefühle. es stürmt immer noch, dieses leben, voran !
vorwärts ! unsicher trotz der langen beine oder gerade wohl deswegen.
stürze - einprogrammiert, fallen - einstudiert. ich will nicht sein
gewesen! er ist ein wandertier ! ein hirt, ein hirsch, ein wundertier.

sein hirschschrei, sticht mir brünstig ins eingeweide. süßholzlippeln,
pappeln wie espenlaub, mundtaub vom vielen küssen. innig die wände aus
zuckerguss in der kussgießerei und ein strömendes zerfließen. augenlos.
endgültig ist nichts. flucht von den plätzen ist logische antwort. obwohl,
er gestaltet die luft mir mehr als zur genüge und mehr als reichlich ...

trotzdem. diese lebendige form der leere bleibt, ist wie ein film,
endlos sieben mal centimeter drei, es wachsen meine papiere zu
skulpturen sich aus wie unser im sturm zerrissenes gekleide. weiße
blätter vor dunklen wänden, dunkle blätter in weißen händen. all
unsere finger schoben sich kritzel zu- und ineinander, ohne zu enden.

es müßte da ja etwas sein woran ich erkenne eine abwesenheit und wann
weiß ich, daß etwas fehlt? dabei ist sie schon längst vorhanden, die
erkenntnis: es kommt bei allem nichts raus. ich mag es, wenn die
papiere fliegen. innen nach außen, außen nach innen. verpuppte zustände
und darunter mein alpwissen, von dem, wie es wirklich ist.

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infusionsgebläse oder intubation am fußpunkt

pink ping

in: sich ent-schrei-bendes — Sektion 11
Alles und Nichts …

inzwischen hab jch mich erhoben, den körper tiefenbreit verschoben. wieviele jahre schrieb jch im liegen? lebenslang? es fährt die wand an der hand entlang.
handkantenbang.

hastiges rauchen ermöglicht mir, mehr zeiten zu tauschen.

jch stäube die aschen der verbrennungen vierten grades in flaschen. einwurfflaschen. voller lust ohne luft. mir fällt mein neuestes spielzeug ein, zu händen und:
es spielerisch in die hand zu nehmen, auch an die hand zu nehmen, das maß zu nehmen, das band zu nehmen.

und jch sehne ihm nach und sehe nach ihr.

der bewegung des bandes, einband auch einwand,
wie es seinen ort wechselt, mir dabei das wort wechselt,
wie es fällt, gehäxel – wortgehäxel wart-gemetzel
„auch mein freund hat verfolgungswahn“
entfällt mir sehr schnell.

im sturz der taschen meines abendkleid’s
findet sich noch eine alte fotografie.
duchesse beim barspiel auf rimini unter
schattenrondellen.

halbschattenmorellen.
jch mische mazerate, es schmeckt so besser,
dazwischen ein wasser zu den rosenkernen,
crack. und ein blick hinauf zu den sternen,
in dieser nacht stand jch unter mir.

sphärische objekte gesichtet, gedichtet, dreimal o !
objektive objekte orbitalstationär, nein, das klingt und
klongt nicht, nicht ordinär, nicht ordinate, meint wohl
den patientenverkehr, okee, jch warte und brate nebenher
und verrate den geheimcode lu’s an lie oder lie’s an lu,
dazu einen brief, geschrieben im rosamtenen schuh.

in den hallen draußen probieren probanden gesammelte wartestellungen aus, auch: positionen oder haltung, erhaltung, auch: erwartungshaltung und verhaltung der inneren exposition, retention in halber zeit zum hinlänglichen passieren der station. hirnlänglich.
jch wünsche im vorbeigleiten: schönen halbzeit-aufenthalt.

wechseln der stellung und warten auf den transfer.
transferverkehr, auch zur entladestation, ent- oder endstation, ent- oder endlang, dabei umgehen der enthaltestelle denn noch will man aufwarten, aufwarten in gestiegener hoffnungshaltung, aufgestiegen aus geschlossener formation. ausgestiegen.

klappen verkippen kippen verklappen. klicken klacken.
verklickern: klick klack und: es nicht raffen aber gaffen.
der zug fährt ab.

es klackert unmenschlich das hallen von schnallen.
blindes schuhgebinde, verworrene wirren, purrendes flirren, im flirrlicht schließ jch die augen zu; verwundert.
auch verwundet, auch: verwunden verbunden.
auch schutzgebinde, mull, müll, schmutzgebinde.

jch schreie: au-gen-gewaidle! gold-gen! laßt gold wachsen, aus den haaren rinnen! mein goldgebinde mit
grünlichem schimmer, es klirrt auf den boden,
faktoriell, drei tauben dazu und einen geschliffenen bogen, skalpell. und draußen wird es schon wieder hell.
blut ist im schuh.

:)

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der die das - hanglos zu summen

vierter Gesang

in: Alles und Nichts …
Absurdes Theaterstück

19. der fuchs im stall hat nicht die aufgabe hühner freizusetzen und dies geschieht nicht willkürlich, denn sie leben in verschiedenen welten und kennen sich nicht.


20. die verdammten schildkröten bilden grüne lieferketten und planen konkrete masznahmen um ihren co2-ausstosz zu reduzieren. sie betrachten nüchtern die sachlage und beschlieszen den ersatz ihrer passiven bauelemente durch tantal-austauschkondensatoren. somit reduzieren sie den lungendurchsatz auf das maximum und erhalten die begehrte schild-produkt-plakette. fröhlich geben sie sich nun dem kollektiven selbstmord hin.


21. leo, die den anschlusz versucht, bleibt für's erste versiegelt zurück. regelmäsziges einölen allein bringt dem falsett-gestell keine bodenwelle.
da erfindet sie sich zum spielen eine schönste gelegenheit. verträumt lackert sie nun durch die täche.


22. die kiste hat sich im wald verfahren. sie enthält eine leiche auf deren ausgestelltem körper sich die geier versammeln. dort suchen sie die antworten zu den acht studien ihrer stammesgeschichte.


23. das e in schreiben schrieb siebensachen auf einer scheibensardine
an belle isis:

e1.schienbeine basieren
e2.schneiderin einäschern
e3.anreisendes abschneiden
e4.binärische erbschäden abrechnen
e5.siechendes und schabendes anheben
e6.nähende seiden, sieden und schinden
e7.scheinende brechen und schreie nähren.

und so trieb die abrechnende isis eierschabend ins absichernde sein und schrieb an den sandschieber ein einschreiben, das bellend scheinbar barschend sei.
eine schreiende sache, scheinbar nie des sichernden seiend, am scheidebein im schneiderasen dem siebensacher seide weihen. und anderes an des brechen.eis: schaben bis die eisen brechen,
bahnschnitt nur aus rachen sprechen.

der sandschieber schrie, aus dem innern der nase und schrieb denn an sie ein geschriebenes sein. brach seiend die basis der bellenden isis auf schienen des basischen erdenscheins. rächend biss er ein binärisches rädchen und blies: ein reden sollte besser sein als barsche mit e und e in schreiben an ein gebrochenes nasenbein!
dann band er sich e wie es auf die stirn und schabte: dein barsch soll sieden im hirn!
so sieb deine asche, du belle isis im gleiszenden bannschrei der unebenheit. es scheiden die geister am ende der sendung am offenen mund aus: gebrochenheit.


24. der schneetreiber schmilzt durch den kusz einer dame. daraufhin türmt sich der schnee zu riesigen gebirgen. das herz der dame erfriert.

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Ich habe sie nirgends gefunden

in: Gesellschaftskritik

Ich habe sie nirgends gefunden,
die Windbögen mit den Silbertönen;
überall nur Kläffmäuler;
blechernes
dumpfes Getöse,
Maschinengesänge,
Endlos-Geleier,
Schreien und Stöhnen -
trostlose Eintönigkeit,
unendliches Nichts -
überall nur Leere
und
endlose
endlose
Öden.

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die optik des schauers oder wie das lot fällt

in: fogelprotokolle — Blatt 11
Absurdes, Alles und Nichts …
Absurdes Theaterstück

die optik des schauers oder wie das lot fällt

der mann hängt seinen traum zum trocknen auf,
filtriert die sonnenstrahlen und mißt mit
hinreichender genauigkeit, wie die schnüre
senkrecht in den himmel wachsen
während sich die lerchen durstig erheben.

verse spannend beobachtet er mit astronomischen augen
die achsen seiner lageverschiebung zwischen drei
glasspiegeleien und tabuliert,
aus welcher lücke quergestreifter durchbrochenheiten
er sich wohl selbst am nächsten kommt.

als er im letzten spiegel sein vergangenes ich erblickt,
kommt er aus dem takt und verirrt sich in den gereimten
zugängen einer verwirrten passage.

lautschreibend konstatiert er lose:
wie meine seele im himmel hängt!
ich bin das durcheinander der dinge,
gebügelt in falten, in den falten
aufgeworfener hügel eines himmels.

danach schreitet er im stundenwinkel die zeit ab,
nimmt seinen traum von der leine und schickt ihn
den lerchen hinterher, damit diese ihn
in alle windrichtungen davontragen.

nördlich geht er noch einmal den kalender durch
und friert seine gedanken an ein dreiecksverhätnis ein.

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