Die Zeitwaisen

Textlich Bildlich Klanglich Denklich

KommTier! | Auf | | |

urlaubsreif

in: the daily horror — Szene 52
Alles und Nichts …
Absurdes Theaterstück

rotweinbetrunken hatte florandi drei gäste zu gast,
die ihm die letzte scheibe toastbrot entnahmen und
sie zwischen zwei nervösen blüten aufteilten.
florandi wollte fliehen, doch der fluchtweg ward ihm
durch ein paar linien verstellt, die aussahen wie ein
porträt zwischen laufenden leuten und ihm die birne
helene aus dem gedächtnis vertrieben. da erfasste ihn
eine stille freude zum tanzenden bonsaibär, der aus
verschiedenen stoffen joghurt zu sich nahm, bis er
sich eine infektion einholte und daraufhin auf
ostereier umstieg. sein mund sagte leise schmatzend:
karfreitag, und: in ostfriesland zwischen weinbeeren
und gänsefüßchen im wasserglas wären einer bindehaut-
entzündung a la michelangela vorzuziehen. dann warf er
aus einer papiertüte seltsame schatten, die dem vater-
unser-mutter-kind-spiel glichen, während sich aus seiner
anzugtasche blätter ihrer nächtlichen linien cooler
busfahrten zu maria annocentia entleerten. der arbeits-
platz danach war immer ein wasserhahn, zu dem er den weg
durch sein badezimmer nehmen musste, um mit seinem
rechten fuß pünktlich genau auf den pinselstrich
einzutreffen.
er fühlte sich danach auch immer wie ein daneben-
geschlagenes selbstporträt, wenn er mit basecap in
den spiegel mit fragezeichen sah, wo daneben der
gebrauchte briefumschlag mit den adressen der leute
auf dem campus lag. links verschwand schweigsam eine
tulpe in einem tetrapack kondensierter milch, er aber
rief: sanschetta ! die mittlere der schlafenden in
meinem alten molekel nehme: ich ! karotte und kirsche
gerieten in wut. sollte dieser wanderer aus dem nebelmeer
ihnen etwa den apfel vorenthalten?

aus seiner trauernden jacke fischte florandi ein bonbon
in die papiertüte. ein schiffchen befand sich im monolog
mit einem glas terpentin, in welchem seine zahnbürste
eine aufrechte haltung einnahm.
es war in dem zimmer nahe beim see. er rief: nicht vergessen !
die einkäufe vom supermarkt zu pflanzen in die vollen töpfe.
das mädchen mit der wasserkanne begoss seinen koffer
und er begab sich im marinemantel zum frühstück.

KommTier! | Auf | | | |

tag x bis t

in: sich ent-schrei-bendes — Sektion 3
Alles und Nichts …

aufgebahrt der schöne beischlaf
oder was mir am morgen so entfällt

wenn jch heut könig wär, aber das war jch schon,
erklärte jch, wie jch auf die astrona(u)tion kam:

natron astron
nastron nautron
astro-nautron
astronaution

naution find jch viel besser als nation
denn was soll schon natisch sein, wenn es nautisch gibt !

fan-autisch ! natastisch.

auch jch würde gern ein essay an ein schwein schreiben.
wenn jch dabei nicht nur an essen denken würde.
dann; könnte es vielleicht gelingen.

sputnik sputnik sput-nu-ik
sputnik sputnik sput-nu-iet

und es funken die jetter vor freude:

wir sind hier !
fluktuid sind wir und
immer bereit. fluktuied breit oder gut flukturiert?

eine frage für die geistliche präsentationstasche,
verbrennungsmaterial. stopf.
karamelze aus dem hochofenback, nein hochbackofen.
es schmelzen die götter und
frau holle wirft den ersten stein-
blick
dicht
zurück.

also zurück.

machandelsaft melzender götter
mach mandelschaft oder auch anweisung zum einvernehmen.
plätze plötze,
dem pferdle zuckerblasen und gegenseitiges einnehmen -
anweisen.

auch würde jch das theater der ganzkörpervibration erfinden.
und statt twittern würd jch zwittern.
zwischen all den zwirnis: einmal zwitten bitte, abfahrt nach waiden,
glückliche abfahrt, hin und nicht mehr
zurück.

vokalprogramm
warum sollte einer einen pokal gewinnen, wenn es doch vokale gibt?
auerdem gibt es noch andere donnermöglichkeiten.
ee ay

es donnern die jetter:
vorbei!

osmo.
se
see
chè misch, gè misch, kè misch
ko-misch.

kos.te.
mete.

bee-lay (läij)
bee-lay. (laii)

lay-nautisch. ein: schlag.
schlag ein.

bee-lay-fail(e)d
field

ein vollprogramm aus eiministern
vollei oder völle(r)ei?
trottel.

ruhe in ordnung.
denn wo kann frieden sein?
spuckmucktisch.
eine nachricht an die pig-mentinnen:
es ist
vorbei.

oben aber, volleitrunken, dudeln die jetter:
oh, freude, freude schöner goetterfunken,
wir sinken (dahin), schwer wie blei.

und streichen nautisch ein E um uns mit tau zu belegen;
be-lay.

kosten uns meten. was?
wir eros.erber; wire-less us,
wir-us.
wirr, stuss.

an- oder auftrieb?
baut krippen für die schweine …
kraut rippen für die beine – leine, leibe, reibe,
kaut !!!!

und eine ladung nein
einladen,
dann ist es schneller:
vorbei.

oh sehis
komkos-gebilde kon.
wenn es zenito heißt spielt morphino zentrino or-chess-trion.
arche also und astral-atom.
mich wälzen die götter.
noah, der ur-a(h)n-archist.

mac(h) dolder,
davon wird man nicht astron oder astronaut.
es gibt kein nachentkommen – gut nacht.

drüber schwirrt süss eine o-bertonbiene und säuselt abrissbereit:
bee-lay,
bee-lie,
und
marius sophus lie.

das klingt wie:
der wind.
der wind,
und
das himmlische kind.

und schon ist es wieder:
vorbei.

aber noch einmal zurück.
zum kosmischen kind
das fährt durch häusergerippe,
fliegt vom dach
bis in den keller ein,

vom fußpunkt seiner transformation zum
fluchtpunkt, kommt auf fluch- oder such-punkt,
auf lie-gruppen
drauf
und jch komme auf:
lotus-tang-ente.

eros blieb im ar.sche stecken.

mon-arche: bee-lay !
sei leise oder bleifeld.
auch aus sternen fällt das ein.

hätte noah archisch gesagt,
er möge lieber archaisch anarchisch sein?

jch aber hab bienenleises bein.
strom- und himmelsbrau -
ohmisch komisch.
im kosmischen kreisel-lauf
sag jch:
bin anarchus astronaut -
un-platonisch

und pfeife an meinem schwein:
vorbei.

vor dem hintergrund einer strahlung, plasmatisch konditioniert,
bilden sich flusen-texturen aus verstaubten spuren.
symmetriebrüche , gebrochene aug(ur)en
gebrochene sterne , versteinerte u(h)ren,
pig.sel.
jagd.
schwein.

jch aber webe,
ein radikales muster
ein.

monoidal-ideal,
auch ortho oder onan-gonal.
hauptsache, es dreht,
hauptsache, es bebt

immer um die drehgruppen herum und
hinein.

entlang der lotustangente und im liegen
erfinde jch den lie-gruppenkosmos, auch für fliegen
und vielfliegerei, auch gruppen-kosmotisch,
auch fliegen.

zurück gelegt gewogen
gelegen geloben
gelogen gewoben
gelogt -
ein und aus.
die jetter da oben feiern in saus und braus.

jch aber liege und lese:
am anfang war ein brummen.
sage: ein bienenbein am brunnen -
fällt mir ein,
fällt hinein,
ein brummen fällt -
vorbei.

KommTier! | Auf | |

gang 1

in: weltenuntergänge — Paragraph 1
Alles und Nichts …
Komödie, Groteske

auf den straßen und überall liegen schiffsplanken herum.
aus den fenstern ergießen sich bäche, ströme, meere.
fluten, ganze heerscharen von fluten.
die menschen sitzen in merkwürdigen behältern und
rudern zu zügen um ihre häute zu retten. sie sehen seltsam aus.
die hunde bellen die nomenklatur der weltenuntergänge
und lassen sich nicht treiben.
einige singen: fürch-te-het eu-heuch nicht.
kein wind kommt auf.


an den abenden fallen roll-läden vom himmel herab
wie höllische kaskaden,
man hört so manche gräßlich schreien.
hunde verkünden sensationelle
luftangebote, zum absoluten sonderpreis.
zum absoluten nullpunkt fahren,
−459,67 °fahrenheit. fahrende hunde,
weit und breit und preisende kujoten.
o. nomenklatur der weltenuntergänge.
te igitur ! und überall stehende o-rationen.

kleine dinge wachsen in den frühen,
unsichtbar für frau und mann,
wächsern wie die bleichen gesichter,
diesseits und jenseits der wolkenbahn.
eltern vermählen ihre kinder mit holzabfällen,
nur damit es etwas wärme gibt
und der siedepunkt wird ... DOCH NICHT ... erreicht,
trotz buchung in speiseräumen -
VOR-EI-LIG.

wenn keiner kreischt, ist es verdächtig.
seid still ! die hunde beten im kreidekreis.
einer spricht: so sind wir mächtig,
das war es, was gott wollte
und was kein anderer weiß.

KommTier! | Auf | | |

der die das - hanglos zu summen

achter Gesang

in: Alles und Nichts …
Absurdes Theaterstück

43. die postkarte ist grün und ’möchte allein sein’ liest die frau,
legt sie in ein gebundenes fressen ein und erhebt es zu ihrer lieblingslektüre.


44. das vollendete reisegepäck,
welches unter einem ausgeprägten völlegefühl litt,
wollte sich vor der übergabe schützen und entleerte sich ungewollt
inmitten fremder leute.
so ging die reise, die nicht wuszte worauf sie eigentlich hinaus wollte,
ihrem offenen ende entgegen, aber sie wollte dem mann doch für immer
im gedächtnis bleiben.
reisegefühl mit völlegepäck


45. denen, die schon seit jahren miteinander verkehrten,
auf parkbänken, in fahrstühlen, auf treppen,
hinterhöfen und gemeinen plätzen, stellte sich nie
die frage, wer von beiden verkehrer wäre und wer verkehrter.


46. es fällt in räumen bevorzugt von der decke,
lautlos spielend, in einer fallrelevanten fallrelevanz.
das wandern des kindes von ecke zu ecke
hinterläszt rote spuren an weiszer wand.


47. das chronische badetuch hing dort wie immer.
freund von fischblase,
welcher ein ausgearteter kater mit fuchsschwanz war,
fickte den baum, der in schwanzhöhe ein kleines astloch hatte.
danach erging er sich in nachbars wiesen.
das chronische badetuch hing dort wie immer.
(kleine kaubare unendlichgeschichte)


48. rosa, die im farblichen rhythmus einer tiefen inneren unruhe ausartet,
verlottert hintergründig im gelb des umgebungsgrün.
während die gegensätze zusammenfallen, entgleitet dem inerten ihrer kalotte jegliche anziehung.
rosa jedoch bleibt lustvoll und gebiert mit dem konservierten sperma eines ebertons eine wilde zwittole.
damit setzt sie ein neues zeichen: ∃

KommTier! | Auf | | |

der die das - hanglos zu summen

sechster Gesang

in: Alles und Nichts …
Absurdes Theaterstück

31. das kind war ein kind der lust.
aus dieser verbindung erwuchsen ihm ständige probleme.
es hat sich sonst nicht darum gekümmert,
aber seitdem es sein geld selbst einteilen kann,
hat es einen kühlschrank.
(aus der seerie lebensbeichtler, hier: lustgeborene im monat grün)


32. als die gewohnheit ihre sehschärfe aufgab
und das wasser schön über den tag verteilte,
schlosz der fernseher die augen und entspannte seinen schirm.
die sendung aber lief schnell davon und bäumte sich nicht mehr auf.
es war eine wirksame stille.


33. impromptu ingenue,
kleines pflaumenblaues ding,
weckst mir die lust am morgen früh
zu zieh'n dich über mein lingeling.
wie du mir über den körper rutscht,
das ist ein göthlich hochgenuß.
(vom ding zum ling: kleidchen zu leibchen)


34. das zimmer war beleuchtet von kleinen dada- und dandalions.
es war eine schöne zwielichtigkeit für die schlummernden geistesgaben.
in den finsternissen der flaschen entfalteten sich ginstergüsse.
und jch, jch sah lu isolin, die schönste aller frauen, allein im glaskraut baden.


35. der mann, der eine einjährige reise antritt, spricht zu seinem gockel:
du, jockel, heh, erquicke meine frau rosanna,
die gärtnerin mit den quitten und dem gelee,
aber behüte deine triebe,
auf dasz ich bei meiner heimkehr
kein mischobst seh !


36. die frau teilt sich.
die frau teilt sich
mit dem mann einen körper.
erst danach teilt sie sich mit.
der mann trägt nun das los
des heruntergefallenen würde.
irgendetwas ist falsch gegangen.

KommTier! | Auf | | | |

brummenfeld

in: sich ent-schrei-bendes — Sektion 4
Alles und Nichts …

bauchschmerz o. herzrauchen
r-au-ch-schmerz o. herz-b-au-ch-en
bauchherz o. schmerzrauschen.

wer tauscht den schmerz, wenn der tausch ihn schmerzt?

t.auch ein
und aus.

o beelay.

prima! ein raum mit 57 dimensionen und jch krauche auf der chromatischen tonleiter in den kosmos hinauf. ja! rufe jch von dort unten-oben: „jch bin ein kosmochromat, auch chromkosmokrauch.“ und: „du bist die sonne, jch bin die haut.“ dann pfeift nach mir ein himmlisches kind, jch lass mich fallen und schweife geschwind gestreift an einem schein -
vorbei.

o lie bye.
als komplexbildner der komplexen bilder bild jch mir ein, munter oder wach zu sein. und oben scheppern die jetter und zertöppern eros zu tausend scherben.
wir eros.erben.

jch sollte silben stilben oder:
still kunst-untersetzer sein.

silben stilben
stilbein stilbern
silbern silben

silbern leuchten die silbern keuchten. einmal raus und einmal rein. na faunastisch! während jch bü-ro-tiere schlaf jch halb drei dabei.

doch sind noch nicht genug löcher gewebt.
und während jch dem fluchtfall nachsinniere, sucht das himmlische kind noch immer den punkt im gehäuse, darin frau holle sitzt webend, doch aus diesem, lebensgehäuse, kommt keiner raus, nicht lebend.

jch aber astronaute hin und her, schwer die flaute, jch flehe, dasz leicht wind wehe hinüber mich mehr zu dir in die ferne und gehe und sehe sternenschwer wie teerasphalt auf-hallt und halt kennt kein halten mehr dasz jch asphaltiere sehr zum asphaltteer … mich brennt’s tierleibleer, mich brennt’s, mir rennt’s vor’m abseits her … und bebe: bienenkehr, körperschwer -
punkt . grund: verkehr.t.

KommTier! | Auf | | |

und die dame schreibet dem herrn

in: die annäherung zweier epidermen am logischen tränenflusz — Blatt 4
Alles und Nichts …, Allzu Menschliches
Absurdes Theaterstück

lieber sehr verehrter h.,
ich bin versteinert. die gedanken der stillen wände breiten sich scheppernd
aus zu scharfen wanderschaften. unbeachtet eines abschieds von alten plätzen
reiszen sie alles mit.
mich widert das weisze fleisch an. mein eigenes fleisch, in seiner fahlheit.
zwei unserer briefe kreuzten sich und ich steinigte mein angesicht.
im verlaufe des spiegelns sichtgemangel.

werden Sie endlich zu mir kommen?
ich schreibe ellenlange abrisse über die nichtsnutzigkeit der tage,
an denen Sie sich mir vorenthalten.
danach kippe ich einfach um und beliebe liegen zu bleiben, bis zum schlaf.
einschlaf. keine gegenkraft mehr, um den einschlaf aufzuhalten.
ich zwinge mich zum wieder-aufstehen, denn ich möchte Sie doch noch einmal sehen.
nur ein einziges mal noch, würfel und neun rollen.

das wasser steigt nicht mehr, aber es umspielt mein knie.
keine klagen, keine klänge;
ich bespiele mich selbst, der länge nach lagen. lange nächte, stille tage oder umgekehrt? wann werden wir uns wiedersehen? mäusetot und läuserot sind des königs liebste kinder. an meiner haut scheiden sich wasserkristalle. ich schnitt mein haar für Sie ab und gab es der alten norne, auf dass sie uns gnädig gestimmt sei für Ihre oder auch meine überfahrt. sehtang im stürmischen frühjahr, zeit der verreisung.

Ihre, und nur Ihre dame L.

KommTier! | Auf | | |

nur ein wort, mein kind.

in: Worte

KIND.
das wort, das sich nicht wehren kann,
es wird verschoben, geschrie'n - nach hintenan !!!
geschrieben, gesprochen, gebrochen dann,
gedreht, gewendet, an die wand …
KALT.
erst wird gestillt,
dann still gestellt:
an die wand.
GEKILLT.

kaltgewellt
kaltgestellt
kaltgestillt
kaltgewillt

kalte welt.

KommTier! | Auf | | |

der die das - hanglos zu summen

dritter Gesang

in: Alles und Nichts …, Absurdes
Absurdes Theaterstück

13. das kind das nie müde ward – geschnappt vom hahn

„lasz uns müde spielen“ sagt das kind.
der hahn steigt gehorsam aus dem armaturenbett
und fläzt sich in die nesselseide eines neuen sitzes.
er löffelt schnaps aus einer eierschale.

„die sonne setzt sich um sex zur ruhe“ sagt er zwischendrin. das kind setzt sich ans bett und stampft ungeduldig mit dem breifusz. es ruft: „lasz uns müde spielen! dreifusz, breifusz, entzweifusz!
dummer fogel, blödes sein, messerschwarte, pulverscharte, mit dir, da mach ich hühner klein!“

der hahn schwankt ein wenig, er ist sich nicht sicher auf seinem bein, soll er sofort oder nicht oder später die flucht ergreifen und sie gegen das kind richten oder gegen sich selbst oder ...

er entscheidet sich, spannt sich, beginnt den eierlauf um den in der mitte des zimmers stehenden tisch, schieszt aus dem lauf heraus die erste kugel und – trifft !!!
tödlich wie nie zuvor - das kind.

in der nun eingetretenen, völligen stille setzt sich der hahn an den tisch, ölt sein teebäumchen und beginnt an der schreiborgel ein vivacissimo allegro mit einfachem durchschlag auf kindlichtem pergaminpapier zu komponieren.

als er fertig ist, zieht der hahn den bogen aus der orgel.
an dem durchschlag haftet das grauen wie ein passiertes ei.

so es sei.


14. während die rezipientin sich zur erhaltung des gesichtes durch grüne brillen konservierte, wendete der flaschenzug sich zum rotlicht hinab.

dem rezipienten erschien das sehr dienlich,
da sein brennglas eine hohe spannweite erforderte.

brillen von grünem glas
dienen zum erhalt des gesichtes
denn insgeheim verhindert grün
den allzu starken eindruck des lichtes !


15. die blondäugige hyäne !
im letzten falle sieht sie die rothe farbe bis ins innerste.
dann ward sie vom wind zerstreut und nie wieder gesehen.


16. der vorgang, der damit zu tun hat, die unerhörten vorhänge durch öffnen und schlieszen zu durchlüften, versteifte sich beim groszen staatstheater zur kompositorischen kante. das war sein abstieg, vom türsteher zur konserve.


17. die halbseidenen fliederfüszer tragen den eigengeruch vor sich her. die dame liegt nicht richtig. ihr duft, der sich hemmungslos beim selbstzersetzen entfaltet hatte, hängt freischwebend in der umgehungsluft zwischen ruchlosen gräsern.
in ihren zimtroten lippen unter dem dunklen zindeltaft ist noch der schwanz eines fisches zu sehen.
die fliederfüszer nennen sie ehrfürchtig ‚unser liebes futter mi-florence‘.
würdevoll tragen sie ihren eigengeruch vor sich her.
(aus: cu-marina, eine see-renade der selbstzersetzung vom süszlichen fleische der florence)


18. er warf ihr ein paar tage vor, auf die sich stürzte wie ein hund. die jungfrau aber hat das zinnober der küsse unter den leisten versteckt und führt nun zimt im mund.

2

Suche