Die Zeitwaisen

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trip trip

in: Alles und Nichts …

triptychon

ich bin so müde, daß ich von der decke falle
im fallen beschaue ich gespannt, bespanne ich geschaut ? meinen fall,
zu boden fall, erwarte den aufprall, erwarte einen knall.
während ich durch lichtschwärme stürze,
- dröhnendes licht, betäubendes licht, ohrenbetäubendes grünes trommeln -
fahren meine augen an der decke karussel.
über mir schlagen die halme eines feldes zusammen,
gekörntes goldenes gelb
erst war es grün.
ich falle
ohne ende in seidenstille
aus einem schal heraus
und hänge mich selbst -
lang aus.

im fallen verfolgen die füße das gesicht auf den händen.

wie ich in wellen zerfließe und rinne,
meine roten sinne liegen kahl,
sphärische spallation, dort unten teilt sich mein körper, spaltet sich,
ein riesiger schoß,
und alle grüntöne des wassers wellen
luminal.
ich leuchte kaleidoskopisch
und höre mich rufen: ach ! alles nur hülsen!
verdammte höllenfrucht!
es hallt
in rissen
verläuft mein herz
ohne wissende wiedersucht.

ein erzählendes zittern wellt von dort unten bis nach hier oben fort.

ich bin aufgeschlagen
hin und her
geschlagen in spalten
aufgeschlagen
irgendetwas kerbt sich in meine haut
ameisenschwer
aufgeschlagen
fall
ohne ende
erst war es grün
dann war es gelb -
ich falle nicht mehr.

nach dem auf-fall kalibriere ich mein selbst.
mühsam setze ich meine hände zusammen
und hebe mein auge auf die bewußtlosigkeit.

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zunder

in: sich ent-schrei-bendes — Sektion 2
Alles und Nichts …

o zundergrünes wunderwort.

ich sehe die verschiedenheiten meines durchnächtigten körpers, durchnässt auch, auch von isolierflüssigkeit, aber absetzbar, abzählbar an den ringen des schauens der augen, auch DIE augen, ein ringen gegen die müdigkeit und ein öffnen für die schlüssel der verschwiegenen heimlichkeit.
die schlüssel, verboten, himmelsschlüsselchen und der tontaube schmeckbare riechstoffe, lockboten in den gauben.

draußen stolziert ein kopftuch vorbei, auf stiefelspitzen, wie eine frau holle in die wartehalle, dort webend, auf wolken hoffend zum schweben und jch schwelge im weiteren, weben und kleben einer schwebigen textur, ledig des leidens, und leid sein des schreibens, entkleidung - ruptur.

nur der strom ist der grund und der feste boden, warum jch im dunkel noch schreibe und bedecke die seiten mit zeichenteilen, brandschwarze knochen auf leichenteilen, und und und …
wo war jch geblieben? im seidenweiß wie siedenheiß, durchfährt mich bleichend der zug der zeit, ein dauerwulst, ein simsalabami.

ein lochbrandgefäß, ein fraßloch, gebrannt und aus dem lochfraß gefädel des lachens zum maßlosen band, lachbandgefädel und das fahren mit händen und füßen an der wand entlang, dies ein wandgerädel …
und all diese unbesetzten zustände, zustände im schreiben und sprechen und tasten und denken nur:
die aufgabe der tastatur !!!

hirnschlüsselchen zündschlüsselchen stirnschlüsselchen, wo seid ihr nur?
besetzte zustände im glauben.

ein tiefer schnurrender klang.
während jch schiefkörperringe blase geh jch überaus,
erdmäntelig gestaubt,
umher in ungeräumigen a-realen
herumschleichend bereifte über einer grünen lilie,
erdmäntelig gehe jch, auch tongestaubt.

tubenreine tonstaubstube

im licht eines scheinwerfers werden der orchidee die zähne gezogen. ein trauriger
nachtton, eine kleine fanfare.
sind meine erinnerungen ab- oder anwesend
während jch fahre, innerhalb der zeilentransformation, hin und her, präventive reaktion.

restlicher staub aus einer mündung aus knochenhaar.
kein einziges totes pferd und nur der schafhaarboden liegt aufgeklärt

gebahrt.

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fasse fassen gezeiten

in: the daily horror — Szene 24
Alles und Nichts …
Absurdes Theaterstück

in der sonne sitzen und über die zufälle des lebens nachdenken
die einem so zufallen wie die augen, wenn man lange genug gewacht,
gelesen, gelegen, gesessen oder gestanden hat oder die zeit
in irgendeiner anderen körpergrundhaltung verbracht, zugebracht,
um die ecke gebracht hat. um die obere, linke oder die untere rechte
des magnetischen quadrats, an dem zwei dinge aufeinandertreffen,
die nichts, aber auch gar nichts miteinander zu tun haben, aber durch
dieses aufeinandertreffen einen funken schlagen, einen funkenschlag
erzeugen, der sie im ersten moment erschrecken läßt -
über die gewaltigkeit der entladungen;
ihrer entladungen,
sie dann aber über die art der herausgeschleuderten materie
als ergebnis eines ungeplanten anstoßes zum nachdenken anregt
und miteinander vereint, um fortan gemeinsam zu sinnen
über die entleerung der gefäße, welche mit der absicht des füllens
oder des sich-füllen-lassens bereitwillig stehen, sitzen oder liegen
oder in irgend einer anderen gefäßgrundhaltung die zeit des wartens
auf ‚das füllen‘ bzw. das ‚sich füllen lassen‘ verbringen und dabei
durch die existenz bloßer körperlichkeit ihrem sein verstärkt ausdruck geben,
ja, mehr noch, ihrem sein den anstrich verleihen, leibhaftig zu sein während
der zeit des wartens und auch davor und danach und es nur eine, mit leichtigkeit
zu erfüllende bedingung gibt: daß das füllende stets und bedingungslos die form
des zu füllenden annimmt, während es vor dem füllen und während des füllens
(und nach der entleerung) doch irgendwie ganz formlos ist, ein formloses gewühl,
an dem niemand anstoß nimmt, weil es selbstverständlich ist,
daß es im fließen keine festen formen gibt ...
und zum nachdenken nicht anregt ...
fließend gehen,
gezeiten ..

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tag x bis t

in: sich ent-schrei-bendes — Sektion 3
Alles und Nichts …

aufgebahrt der schöne beischlaf
oder was mir am morgen so entfällt

wenn jch heut könig wär, aber das war jch schon,
erklärte jch, wie jch auf die astrona(u)tion kam:

natron astron
nastron nautron
astro-nautron
astronaution

naution find jch viel besser als nation
denn was soll schon natisch sein, wenn es nautisch gibt !

fan-autisch ! natastisch.

auch jch würde gern ein essay an ein schwein schreiben.
wenn jch dabei nicht nur an essen denken würde.
dann; könnte es vielleicht gelingen.

sputnik sputnik sput-nu-ik
sputnik sputnik sput-nu-iet

und es funken die jetter vor freude:

wir sind hier !
fluktuid sind wir und
immer bereit. fluktuied breit oder gut flukturiert?

eine frage für die geistliche präsentationstasche,
verbrennungsmaterial. stopf.
karamelze aus dem hochofenback, nein hochbackofen.
es schmelzen die götter und
frau holle wirft den ersten stein-
blick
dicht
zurück.

also zurück.

machandelsaft melzender götter
mach mandelschaft oder auch anweisung zum einvernehmen.
plätze plötze,
dem pferdle zuckerblasen und gegenseitiges einnehmen -
anweisen.

auch würde jch das theater der ganzkörpervibration erfinden.
und statt twittern würd jch zwittern.
zwischen all den zwirnis: einmal zwitten bitte, abfahrt nach waiden,
glückliche abfahrt, hin und nicht mehr
zurück.

vokalprogramm
warum sollte einer einen pokal gewinnen, wenn es doch vokale gibt?
auerdem gibt es noch andere donnermöglichkeiten.
ee ay

es donnern die jetter:
vorbei!

osmo.
se
see
chè misch, gè misch, kè misch
ko-misch.

kos.te.
mete.

bee-lay (läij)
bee-lay. (laii)

lay-nautisch. ein: schlag.
schlag ein.

bee-lay-fail(e)d
field

ein vollprogramm aus eiministern
vollei oder völle(r)ei?
trottel.

ruhe in ordnung.
denn wo kann frieden sein?
spuckmucktisch.
eine nachricht an die pig-mentinnen:
es ist
vorbei.

oben aber, volleitrunken, dudeln die jetter:
oh, freude, freude schöner goetterfunken,
wir sinken (dahin), schwer wie blei.

und streichen nautisch ein E um uns mit tau zu belegen;
be-lay.

kosten uns meten. was?
wir eros.erber; wire-less us,
wir-us.
wirr, stuss.

an- oder auftrieb?
baut krippen für die schweine …
kraut rippen für die beine – leine, leibe, reibe,
kaut !!!!

und eine ladung nein
einladen,
dann ist es schneller:
vorbei.

oh sehis
komkos-gebilde kon.
wenn es zenito heißt spielt morphino zentrino or-chess-trion.
arche also und astral-atom.
mich wälzen die götter.
noah, der ur-a(h)n-archist.

mac(h) dolder,
davon wird man nicht astron oder astronaut.
es gibt kein nachentkommen – gut nacht.

drüber schwirrt süss eine o-bertonbiene und säuselt abrissbereit:
bee-lay,
bee-lie,
und
marius sophus lie.

das klingt wie:
der wind.
der wind,
und
das himmlische kind.

und schon ist es wieder:
vorbei.

aber noch einmal zurück.
zum kosmischen kind
das fährt durch häusergerippe,
fliegt vom dach
bis in den keller ein,

vom fußpunkt seiner transformation zum
fluchtpunkt, kommt auf fluch- oder such-punkt,
auf lie-gruppen
drauf
und jch komme auf:
lotus-tang-ente.

eros blieb im ar.sche stecken.

mon-arche: bee-lay !
sei leise oder bleifeld.
auch aus sternen fällt das ein.

hätte noah archisch gesagt,
er möge lieber archaisch anarchisch sein?

jch aber hab bienenleises bein.
strom- und himmelsbrau -
ohmisch komisch.
im kosmischen kreisel-lauf
sag jch:
bin anarchus astronaut -
un-platonisch

und pfeife an meinem schwein:
vorbei.

vor dem hintergrund einer strahlung, plasmatisch konditioniert,
bilden sich flusen-texturen aus verstaubten spuren.
symmetriebrüche , gebrochene aug(ur)en
gebrochene sterne , versteinerte u(h)ren,
pig.sel.
jagd.
schwein.

jch aber webe,
ein radikales muster
ein.

monoidal-ideal,
auch ortho oder onan-gonal.
hauptsache, es dreht,
hauptsache, es bebt

immer um die drehgruppen herum und
hinein.

entlang der lotustangente und im liegen
erfinde jch den lie-gruppenkosmos, auch für fliegen
und vielfliegerei, auch gruppen-kosmotisch,
auch fliegen.

zurück gelegt gewogen
gelegen geloben
gelogen gewoben
gelogt -
ein und aus.
die jetter da oben feiern in saus und braus.

jch aber liege und lese:
am anfang war ein brummen.
sage: ein bienenbein am brunnen -
fällt mir ein,
fällt hinein,
ein brummen fällt -
vorbei.

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nach der lähmung

drehversuch

erschütternde nachbewegung der hand,
sich werfend, unnachgiebig, die köpfe
hinter sich lassend, verschnitten,
mit dem eigenen körper befasst,
diese tausend kleinen verworfenheiten.
es schüttelt mich, soviel ausgrabungen
könnte ich noch machen, wenn ich mich ließe,
kopfklackern, schlankeitsaugen, kopfkakalaken,
dazu dieses aufgeworfensein, geschmissen aus
den unterbrechungen des fließens, abhandlungen
während des schreibens, zerfließen, taukörper,
rohe masse und dann dieses verfallen in geworfen-
heit, hingeworfenheit, auch her, auch gerissen,
in verrückungen, zungenzucker ... außer der zeit,
außer des selbst sein, ein leben lang die fäden,
lang die zeitlosigkeit, die ewige zeitlosigkeit!

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tag t bis v

in: sich ent-schrei-bendes — Sektion 7
Alles und Nichts …
Absurdes Theaterstück

verkleisterte zeit – nebelfluse - verglääste

geäste. milchmotterboden.
gehäcksel geerdet. mutterboden.
im schleimhaarverkehr.

bruchstücken bestirnter tage blieben kleben
und jch weckte sie in flaschen ein, verschlossen und auch ernstgemeint.
hochgestimmt bestimmungsvoll war jch nachseherin der gegenwärtigkeit.
jetzt ist das tempo null, in allen flaschen.

auch sind es jetzt nur sekundenzellen, sekundenhotel und wie im stromstundenrondell hallen die rufe nach:.
mach schneller! mach schnell!

rufmütterchen, ziehmütterchen, du findest mich nicht und du holst mich nicht ein.

denn jch fliege im liegen, überliege gruppenkosmotisch und
mein blick bleibt nicht hängen, beim überfliegen.
welche form sollte die richtige sein?

demi semi halbmembran
die semipermeable handmembran, ein drama !
wie ein zauberspruch:
an der wand, die uhrpumpe, stellt sich nicht ein.

jch lasse meinen handschuh fallen und fächel algebra lie,
einen ge-h-eim-c-ode ums gebein. auch lu-ftig soll er
sein und runtergehen wie lein-öl-lein oder leim-öl-leim?
das ist: ge-h-eim.
CO
t
CO
LU
O
dann flüster jch mir leise zu:
mein fünftes v-o-r-h-a-n-d-e-n-s-e-i-n.

o ihr ! augen ! ocellen !
mein ocellus hinkt, mein ocell-auge blinkt,
blinkt ochsenaugen entgegen
und dann geschwind an ihnen
vorbei.

schellen schnellen,
gleiten mir durch die hand, am strumpfband entlang
und läuten den fruchtfeigenkörper ein.

dann, ein subversives verb-äugen.

kleben, klebte, klebe. einwurfflaschen.
verflanschungen kieselweißer schotter
im schlotter-lotter-bett, der zug fährt ein ….
mich schüttelt’s zwischen den wänden

stell meinen kopf in die vitrine.
jch bin ritter in terrinen.
alle dinge über - stürzen,

schlag doch endlich einer die scheiben ein !!!!
komm doch, komm doch! e-n-d-l-i-c-h
her-ein!

und über mir die otter
singen otters mutter aria,
agnus maledei.
flutfutter sei.

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der die das - hanglos zu summen

sechster Gesang

in: Alles und Nichts …
Absurdes Theaterstück

31. das kind war ein kind der lust.
aus dieser verbindung erwuchsen ihm ständige probleme.
es hat sich sonst nicht darum gekümmert,
aber seitdem es sein geld selbst einteilen kann,
hat es einen kühlschrank.
(aus der seerie lebensbeichtler, hier: lustgeborene im monat grün)


32. als die gewohnheit ihre sehschärfe aufgab
und das wasser schön über den tag verteilte,
schlosz der fernseher die augen und entspannte seinen schirm.
die sendung aber lief schnell davon und bäumte sich nicht mehr auf.
es war eine wirksame stille.


33. impromptu ingenue,
kleines pflaumenblaues ding,
weckst mir die lust am morgen früh
zu zieh'n dich über mein lingeling.
wie du mir über den körper rutscht,
das ist ein göthlich hochgenuß.
(vom ding zum ling: kleidchen zu leibchen)


34. das zimmer war beleuchtet von kleinen dada- und dandalions.
es war eine schöne zwielichtigkeit für die schlummernden geistesgaben.
in den finsternissen der flaschen entfalteten sich ginstergüsse.
und jch, jch sah lu isolin, die schönste aller frauen, allein im glaskraut baden.


35. der mann, der eine einjährige reise antritt, spricht zu seinem gockel:
du, jockel, heh, erquicke meine frau rosanna,
die gärtnerin mit den quitten und dem gelee,
aber behüte deine triebe,
auf dasz ich bei meiner heimkehr
kein mischobst seh !


36. die frau teilt sich.
die frau teilt sich
mit dem mann einen körper.
erst danach teilt sie sich mit.
der mann trägt nun das los
des heruntergefallenen würde.
irgendetwas ist falsch gegangen.

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der herr schreibt an die dame

in: die annäherung zweier epidermen am logischen tränenflusz — Blatt 5
Alles und Nichts …, Gemeinsamkeit

liebe dame,

es drängt mich, Ihnen ein kurzes zeichen zu senden und mehr als einen dank für Ihre
gastfreundschaft. noch befinde ich mich auf der rückfahrt und es
wirbeln die erinnnerungen mir wild durch den geist und ich bin verwirrt,
verworren auch und weit von allen welten abgetrennt.

die schönheit und das strahlen Ihrer gedanken, auch augen ...
wie sehr ich Sie vermisse, schon jetzt ... seit der ersten sekunde,
seit dem allerersten moment meiner umkehr, um zurückzukehren dorthin,
in dem nichts mehr so sein wird, wie es einst war.

nur das klopfen des herzens füllt die leere meines körpers aus, die leere,
dessen ausmasz ich erst erkannte, seit ich mit Ihnen war.

doch seien Sie ohne sorge, schon wende ich mich dem kommenden zu,
schlafend im freien unter ebensolchen segeln. oh, liebe dame,
um wieviel heller wird mein dasein sein,
nach der ankunft in den düsteren, feindseligen räumen mit den unzähligen rändern ...

ich fühle mich eins, eins mit Ihnen und dieser nacht, die unsere war.
wie werde ich fortan leben können?
unerträglich, der gedanke, daran, unerträglich ...
ohne Sie zu sein ....

ich knie zu Ihren füszen
Ihr H.

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brummenfeld

in: sich ent-schrei-bendes — Sektion 4
Alles und Nichts …

bauchschmerz o. herzrauchen
r-au-ch-schmerz o. herz-b-au-ch-en
bauchherz o. schmerzrauschen.

wer tauscht den schmerz, wenn der tausch ihn schmerzt?

t.auch ein
und aus.

o beelay.

prima! ein raum mit 57 dimensionen und jch krauche auf der chromatischen tonleiter in den kosmos hinauf. ja! rufe jch von dort unten-oben: „jch bin ein kosmochromat, auch chromkosmokrauch.“ und: „du bist die sonne, jch bin die haut.“ dann pfeift nach mir ein himmlisches kind, jch lass mich fallen und schweife geschwind gestreift an einem schein -
vorbei.

o lie bye.
als komplexbildner der komplexen bilder bild jch mir ein, munter oder wach zu sein. und oben scheppern die jetter und zertöppern eros zu tausend scherben.
wir eros.erben.

jch sollte silben stilben oder:
still kunst-untersetzer sein.

silben stilben
stilbein stilbern
silbern silben

silbern leuchten die silbern keuchten. einmal raus und einmal rein. na faunastisch! während jch bü-ro-tiere schlaf jch halb drei dabei.

doch sind noch nicht genug löcher gewebt.
und während jch dem fluchtfall nachsinniere, sucht das himmlische kind noch immer den punkt im gehäuse, darin frau holle sitzt webend, doch aus diesem, lebensgehäuse, kommt keiner raus, nicht lebend.

jch aber astronaute hin und her, schwer die flaute, jch flehe, dasz leicht wind wehe hinüber mich mehr zu dir in die ferne und gehe und sehe sternenschwer wie teerasphalt auf-hallt und halt kennt kein halten mehr dasz jch asphaltiere sehr zum asphaltteer … mich brennt’s tierleibleer, mich brennt’s, mir rennt’s vor’m abseits her … und bebe: bienenkehr, körperschwer -
punkt . grund: verkehr.t.

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von den königen

ein rotationsprojekt

in: Alles und Nichts …

in den büschen sitzt der kräuterkönig. wenn früh die sonne scheint, dann sitzt er da.
jagt seine tausend mucken fort und mit den augenlidern fächelt er sich luft zu.
von diesem moment an ist er der narr. und der narr ist könig. der narr ist könig
der blätter, der palmen und fächer. er denkt: farnfarbenes rotationsobjekt
und schaut zwischen den kräutern und büschen nach frauen in bunten blättern,
nackt. am mittag sagt er: "ja. nun harre ich der runden dinge, denn ich bin der könig
der fliegenpilze und grünröhrlinge."

eine antilope lässt ihren schatten auf den scheibenkönig fallen.
er beginnt, ein buch darüber zu schreiben. über das beschatten,
den fall einer verlorenen form und den abschied vom körper.
die antilope tanzt dazu. laut sagt er dann: "o du! anti-loop,
mein gnomonomon. ohne deinen schatten wüsste ich nicht,
dass dein festkörper wirklich anwesend ist" und ruft voller freude:
"welch ein fest ! die antilope tanzt ! zündet grüne fackeln an grünen
spänen an! wir wollen auf den abend warten und im nachtgewächs
verreisen, zu den sternenbeissern fahren, zunder auf die erde schmeissen!"

und als sich der abend senkt, sagt die antilope: "komm nun, du,
mein geliebter und könig der scheiben, komm und streichel
mein elektrisches fell, dann schenk ich dir einen funkenflug."

und der nachtkönig befüllt die himmel mit leuchtend gelben blütenscheiben.
ausschweifend sagt er: "nachtkerzen" und stellt einen eimer wasser dazu.
dann beginnt er zu schwärmen und zu schwärzen und schreibt einen brief
an eine fremde geliebte. lu?

über allen aber thront der könig der gestirne mit argusfalteraugenblau
und siebenfarbigem mantelsaum. er durchschaut die komplexität der
orbitale und sagt: "psi-iiiiiiiiii. in wellenfunktionen seh ich meine braut,
eine fast nackte puppe mit goldrandigen strings und aufgerichteter mähne.
unter der mannigfaltigkeit eines elektrolytischen baumes dreht sie spinfäden
zu mächtigen knäueln mit positiver verschlingungszahl. sie heißt a7e und ist
eine theoretische hyäne. nun geh ich auf wolken durch ein ruhiges universum;
ich habe genug gesagt."
zum morgen hin schließt er die augen, legt die himmel in glutrote fächer und
öffnet sie über büschen, kräutern, dächern und einem neuen tag.

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infusionsgebläse oder intubation am fußpunkt

pink ping

in: sich ent-schrei-bendes — Sektion 11
Alles und Nichts …

inzwischen hab jch mich erhoben, den körper tiefenbreit verschoben. wieviele jahre schrieb jch im liegen? lebenslang? es fährt die wand an der hand entlang.
handkantenbang.

hastiges rauchen ermöglicht mir, mehr zeiten zu tauschen.

jch stäube die aschen der verbrennungen vierten grades in flaschen. einwurfflaschen. voller lust ohne luft. mir fällt mein neuestes spielzeug ein, zu händen und:
es spielerisch in die hand zu nehmen, auch an die hand zu nehmen, das maß zu nehmen, das band zu nehmen.

und jch sehne ihm nach und sehe nach ihr.

der bewegung des bandes, einband auch einwand,
wie es seinen ort wechselt, mir dabei das wort wechselt,
wie es fällt, gehäxel – wortgehäxel wart-gemetzel
„auch mein freund hat verfolgungswahn“
entfällt mir sehr schnell.

im sturz der taschen meines abendkleid’s
findet sich noch eine alte fotografie.
duchesse beim barspiel auf rimini unter
schattenrondellen.

halbschattenmorellen.
jch mische mazerate, es schmeckt so besser,
dazwischen ein wasser zu den rosenkernen,
crack. und ein blick hinauf zu den sternen,
in dieser nacht stand jch unter mir.

sphärische objekte gesichtet, gedichtet, dreimal o !
objektive objekte orbitalstationär, nein, das klingt und
klongt nicht, nicht ordinär, nicht ordinate, meint wohl
den patientenverkehr, okee, jch warte und brate nebenher
und verrate den geheimcode lu’s an lie oder lie’s an lu,
dazu einen brief, geschrieben im rosamtenen schuh.

in den hallen draußen probieren probanden gesammelte wartestellungen aus, auch: positionen oder haltung, erhaltung, auch: erwartungshaltung und verhaltung der inneren exposition, retention in halber zeit zum hinlänglichen passieren der station. hirnlänglich.
jch wünsche im vorbeigleiten: schönen halbzeit-aufenthalt.

wechseln der stellung und warten auf den transfer.
transferverkehr, auch zur entladestation, ent- oder endstation, ent- oder endlang, dabei umgehen der enthaltestelle denn noch will man aufwarten, aufwarten in gestiegener hoffnungshaltung, aufgestiegen aus geschlossener formation. ausgestiegen.

klappen verkippen kippen verklappen. klicken klacken.
verklickern: klick klack und: es nicht raffen aber gaffen.
der zug fährt ab.

es klackert unmenschlich das hallen von schnallen.
blindes schuhgebinde, verworrene wirren, purrendes flirren, im flirrlicht schließ jch die augen zu; verwundert.
auch verwundet, auch: verwunden verbunden.
auch schutzgebinde, mull, müll, schmutzgebinde.

jch schreie: au-gen-gewaidle! gold-gen! laßt gold wachsen, aus den haaren rinnen! mein goldgebinde mit
grünlichem schimmer, es klirrt auf den boden,
faktoriell, drei tauben dazu und einen geschliffenen bogen, skalpell. und draußen wird es schon wieder hell.
blut ist im schuh.

:)

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cis

in: the daily horror — Szene 54
Alles und Nichts …
Absurdes Theaterstück

theater - logisch

cisfinite, das vergießen des
körpers in die form, finte.
begrüßung und einverleibung
des allgemeinen all-gemein.
dann fortsetzung der begrüßung - und:
ausblick auf die vollendete form ...
das ziel: die bekanntmachung.

unbekanntes zeigen,
sich untereinander und dafür sein,
wohingegen wohin wogen ... geh,
fort sein. bei uns entledigen Sie
sich aller worte, aber kleidsam.

die nacktheit folgt aus dem gehölze
des mädels krummen nachtebein
auf dem fuße ... spricht: ge-heim!
zur verstärkung: sago.
im anschluss ladung zu roten drinks
im feuer. dann: das auf die uhr schauen,
zu immer gleich bestimmten zeiten
und laut sagen: das ist geheimnisvoll
wie kaminholz, ungeheuer,
eine diva im netz !

kaminvoll. ein geheimnis im feuer ...
unverraten, das reihen, das du an du
und übertragen der träger der rollenden
elementarteilchen von einem diwan
auf den anderen.
finten wörter, wörter finten,
ekstasen der zärtlichkeit.

wir wären im mond.
hätten wir nicht vergossen der organe
sprossen, alles uns
verschossen.

KommTier! | Auf | | |

der die das - hanglos zu summen

vierter Gesang

in: Alles und Nichts …
Absurdes Theaterstück

19. der fuchs im stall hat nicht die aufgabe hühner freizusetzen und dies geschieht nicht willkürlich, denn sie leben in verschiedenen welten und kennen sich nicht.


20. die verdammten schildkröten bilden grüne lieferketten und planen konkrete masznahmen um ihren co2-ausstosz zu reduzieren. sie betrachten nüchtern die sachlage und beschlieszen den ersatz ihrer passiven bauelemente durch tantal-austauschkondensatoren. somit reduzieren sie den lungendurchsatz auf das maximum und erhalten die begehrte schild-produkt-plakette. fröhlich geben sie sich nun dem kollektiven selbstmord hin.


21. leo, die den anschlusz versucht, bleibt für's erste versiegelt zurück. regelmäsziges einölen allein bringt dem falsett-gestell keine bodenwelle.
da erfindet sie sich zum spielen eine schönste gelegenheit. verträumt lackert sie nun durch die täche.


22. die kiste hat sich im wald verfahren. sie enthält eine leiche auf deren ausgestelltem körper sich die geier versammeln. dort suchen sie die antworten zu den acht studien ihrer stammesgeschichte.


23. das e in schreiben schrieb siebensachen auf einer scheibensardine
an belle isis:

e1.schienbeine basieren
e2.schneiderin einäschern
e3.anreisendes abschneiden
e4.binärische erbschäden abrechnen
e5.siechendes und schabendes anheben
e6.nähende seiden, sieden und schinden
e7.scheinende brechen und schreie nähren.

und so trieb die abrechnende isis eierschabend ins absichernde sein und schrieb an den sandschieber ein einschreiben, das bellend scheinbar barschend sei.
eine schreiende sache, scheinbar nie des sichernden seiend, am scheidebein im schneiderasen dem siebensacher seide weihen. und anderes an des brechen.eis: schaben bis die eisen brechen,
bahnschnitt nur aus rachen sprechen.

der sandschieber schrie, aus dem innern der nase und schrieb denn an sie ein geschriebenes sein. brach seiend die basis der bellenden isis auf schienen des basischen erdenscheins. rächend biss er ein binärisches rädchen und blies: ein reden sollte besser sein als barsche mit e und e in schreiben an ein gebrochenes nasenbein!
dann band er sich e wie es auf die stirn und schabte: dein barsch soll sieden im hirn!
so sieb deine asche, du belle isis im gleiszenden bannschrei der unebenheit. es scheiden die geister am ende der sendung am offenen mund aus: gebrochenheit.


24. der schneetreiber schmilzt durch den kusz einer dame. daraufhin türmt sich der schnee zu riesigen gebirgen. das herz der dame erfriert.

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lieb ellenfeld

in: sich ent-schrei-bendes — Sektion 14
Alles und Nichts …
Absurdes Theaterstück

fortlaufende hörung, flüchtiges bienenbetreten,
anfallen im saal; er hört nicht.

der wald fällt zusammen zwischen den bäumen
zum weg. jch verdurste, verhungere an meinem
orts-sinn, oder war es doch der ur-sinn?
unsinnsort. rot der theorie. so heb jch mir
etwas zum knabbern auf. der kern, der bleibt.
die schale ... fliegt.

einbeiniger mann treibt den strom entlang.
daneben ein treideln und gebläse.
meine augen hängen fest im fernverkehr.
die gedanken still im warmkörperhaus,
an geäse, geäst und knochen-gefräse.

die zeit vergeht schneller, je schneller du fährst.

so ruf jch zu; dem stromtreibenden mann,
und bin am halben kochen. ein ganzes dorf voll
flüssigem gold liegt über alten knochen. au und -au.
linksgestreift liegt eine frau, biologisch abgebaut.

und : auf daß ich mich nicht zu weit erhöbe!
erbo(o)t er sich, mir beim halten behilflich zu sein,
einzuhalten, inne zu halten, halt aus, halt ein,
sei sein. niemals. denn wartend im lieb-ellenfeld
zerzaust und verzweifelt mein liebster fällt ...

so präg jch mir ein:

ich möchte das glitzern des sees
und den glimmer des sand's
dir zu füßen legen, ach !!!!
den ganzen strand, ja ! den ganzen strand !

dann zittere ich dem haus entgegen,
mit eingezogenem bienenbein.

KommTier! | Auf | | |

der die das - hanglos zu summen

zweiter Gesang

in: Alles und Nichts …, Zeitreise
Absurdes Theaterstück

7. während der schlafwagenverkehr einen bogen fährt,
wandern die gewässer nach süden aus
und die dünen laufen himmelwärts.
„ach, wie verschieden doch die aase sind !!!“
ruft erfreut aus dem vorbeifahrenden zug ein kind,
lacht und winkt,
lacht und winkt,
lacht und winkt
und ertrinkt.


8. der mann fällt aus des betrachters rücken der versuchung anheim,
sich wie vor einiger zeit wieder in die seidenfäden zu legen,
als ein vorbeieilender propeller ihm das gespinst aus den drüsen raubt.
während der mann sich fragt, was er sieht, bespielt der betrachter
mit seinen händen ein versatzstück aus flieszendem gold.
der mann flucht. er heiszt jason und bleibt von nun an auf der flucht.


9. der seifensieder vergibt der ESS-maschine zur erfrischung des schneidameisenversessenen begreifens mit vollen händen den eigenbedarf an vermessenen schieszeisen zur abdeckung des fischreigenden eigenbeschlafs.
vergebens. die schabemesser verenden in den seifen.


10. sie zählt die linsen aus den wasserleichen,
die schlechten aus den kröpfen, die guten aus den köpfen.
es ist so wunderbar warm, das brakige wasser,
warm und weich wie eine frische wunde.
am wege werfen falten das erste licht.
schatten warten wie tiere – schwartentiere.
(erlebnisse durch eine linse - bei circe)


11. der mann fällt flaschenweise aus dem regal heraus.
die frau entbrennt zum sesselgewebe und schlingt
ihre schenkel um seine beine.


12. in rotunden körpertüllen erhöhen sich die schwingenden füllen vom tiefsten grunde wandelbar. da liegt ein kind, mit hybridenaugen, schäumend und trauschend im raupenhaar.
am singenden mund hingen zweizehn augen bei murmel im mäandertal.
drei und zweizehn augen; das ist das kleine mandelmasz.

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